Freitag, 31. März 2017

Das geheime Manuskript des Hermann Freytag - Henrik B. Nilsson




Titel: Das geheime Manuskript der Hermann Freytag
Autor: Henrik B. Nilsson
Original: Den falske vännen
Deutsch von: Hanna Granz
Verlag: btb
Erschienen: Oktober 2016
ISBN: 978-3-442-71388-2 
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
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Jetzt pfiff der Teekessel.








Wie ich dieses Buch fand? Das lässt sich ganz leicht zusammenfassen: Ich saß im Zug. Hatte fünf Stunden Fahrt vor mir. In meiner Handtasche war nur ein einziges Buch. Der Handyakku des Handys war damals schon sehr sensibel. Und das führt wozu? Genau: Das führt zum einzigen Grund, warum ich dieses Buch beendet habe.
Ich muss ganz ehrlich sagen: Das hier war eines der langweiligsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Hätte ich Auswahl gehabt, hätte ich es wirklich abgebrochen. Aber dank fünf Stunden Zugfahrt habe ich mich - für meine Verhältnisse - wirklich durchgequält. Es kommt nur sehr selten vor, dass ich einem Buch nichts aus Langeweile abgewinnen kann. Hier aber... mir fällt nichts dazu ein. Währenddessen habe ich dann doch immer wieder mit jemandem geschrieben und kann euch eins sagen: Ich habe gejammert, wie langweilig mir ist. Bei einem guten Buch kann eine Zugfahrt im Nu vergehen, doch bei so einem Titel eher nicht.
Wenn ich jetzt überlege, was genau mich nicht überzeugt hat, kann ich es euch nicht sagen. Der Text klang gut, er klang nach einem Buch, wie ich es mag.
Aber es hat sich einfach so hingezogen. Es gab keinen spannenden Charakter, beim Protagonisten hatte ich sogar nach dem gesamten Buch das Gefühl, ihn nicht zu kennen. Und hängengeblieben ist auch nichts.
Dann die Story mit dem Manuskript. Das klingt interessant, so ein verschwundenes Manuskript. Nur kommt das überhaupt nicht in Fahrt. Ich weiß immer noch nicht recht, was genau jetzt passiert ist.
Ich bin kein Fan davon, Bücher völlig zu zerreißen und schlecht zu machen. Das kann ich hier auch gar nicht in dem Sinne. Ich fand das Buch einfach nur so langweilig und nichtssagend, dass auch einfach nichts davon wirklich hängen geblieben ist. Moment! Ich glaube, da war was mit Pflaumenschnaps? Und einem schrägen Autor in den Bergen? Und einem Sturz? Aber sonst... eher nichts. Der wunderbare österreichische Schmäh ist auch nicht rüber gekommen. Damit hätte das Buch sich für mich noch retten können. Aber ich muss sagen: Wir haben nicht zusammengepasst. Es war wie eine dieser langweiligen Vorlesungen an der Uni, in denen man mit glasigen Augen sitzt und sich am Ende fragt: Wasn jetzt überhaupt der Inhalt gewesen? Worum gings denn? Bekommen wir Handouts?








Als Fazit kann ich sagen: Langweilig. Nichtssagend. Nicht mein Fall. Und ich erinnere mich nicht mal mehr wirklich daran, was passiert ist! Sehr schade, ich hatte mir einfach mehr versprochen.


















Der 1971 geborene Henrik B. Nilsson hat einen beträchtlichen Teil seiner Kindheit in Deutschland verbracht. Nach einem Studium hat er seinen eigenen Verlag gegründet: Minotaur. Den Master of Art in Creative Writing hat er noch oben drauf gesetzt und hat nun seinen Wohnsitz in der Nähe von Malmö. Mit "Das geheime Manuskript des Hermann Freytag" liefert er nun seinen ersten Roman ab.

 





Hermann Freytag ist Verlagslektor, oder besser gesagt: war Verlagslektor. Nun soll er noch ein letztes Mal aktiv werden, um das Manuskript eines Erfolgsautors zu bearbeiten. Dieser will nämlich nur einen: Hermann Freytag. Dieser hat die Manuskripte bisher immer perfektioniert und so kann ihn niemand für den misstrauischen Autor ersetzen.
Doch nachdem Hermann Freytag sich dazu hat überreden lassen, taucht plötzlich ein mysteriöser Mann auf, der behauptet, dass das Manuskript politisch zum Disaster werden könnte. Plötzlich ist Freytag auf einer gefährlichen Mission rund um das Manuskript.



Mein Dank geht an btb für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 28. März 2017

Convention Checkliste - How to survive?



Sayuri und ich haben für euch mal die wichtigsten Sachen zusammengestellt, die man für eine Convention dabei haben sollte. Das ist ganz schön viel geworden:
        
  • Essen & Trinken für die Con/das Wochenende
  • bequeme Schuhe & Kleidung (falls dein Cosplay unbequem wird oder drückt)
  • Brille, falls deine Kontaktlinsen nicht mehr sitzen
  • Handy mit Telefonnummern von Hotel & deinen Begleitern
  • Hotelreservierung/Buchungsbestätigung
  • Adresse von Hotel & Convention
  • dein CON-TICKET!!!
  • Zug-/Busfahrticket
  • Ausweis
  • genügend Bargeld - falls du doch mal shoppen willst und natürlich für Hotel, Essen & Trinken
  • Sekundenkleber - dein Cos kann sich immer in Einzelteile auflösen
  • Sicherheitsnadeln - aus dem gleichen Grund wie Sekundenkleber...
  • Nadel und Faden sowie eine Schere - falls du dich einnähen musst (alles schon passiert!)
  • Nagelfeile
  • Ersatz-Strumpfhose - falls du die Nagelfeile zu spät benutzt ;)
  • Haarnetz
  • Haarspray und/oder Sprühkleber
  • Haarnadeln & Perückenbürste
  • Taschenspiegel
  • Hautkleber (Mastix und Wimpernkleber)
  • Deo
  • MakeUp! - Am Besten du nimmst dein ganzes Bad mit, irgendwas fehlt sonst immer ;)
  • Abschminktücher
  • aber auch Taschentücher
  • Kontaktlinsenbehälter und die Kombilösung dafür
  • Medikamente jeglicher Art: z.B. Kopfschmerztabletten oder Augentropfen
  • Sonnencreme (Ich war mal im Netzmuster gebräunt... Sonnencreme lebe hoch)
  • Schuheinlagen (Gel-Pads) - du läufst dann wie auf Wölkchen
  • Zeug zum Verarzten: Blasenpflaster, aber auch Pflaster allgemein
  • Coscards/Visitenkarten



    Ganz schön viel, oder? Ich muss sagen, ich habe wirklich immer gefühlt einen halben Haushalt dabei! Trotzdem ist man nie für jede Situation gewappnet.
    Eines ist jedoch immer wichtig: Wenn ihr euch verletzt, geht zu den Helfern, lasst euch von den richtigen Sanitätern helfen (wobei ich mal die Treppe runtergestürzt bin - es war 18 Uhr an einem Samstag und der Sani nur zu mir meinte: Hol dir in einer Apotheke ne Salbe und nen Verband... man kann auch da Pech haben - zum Glück hab ich als ausgeprägter Schussel immer alles dabei ;))
    Noch wichtiger ist es zu Trinken! Niemals das Trinken vergessen! Und wenn euch schwindlig wird, dann trinkt, wenn das Cosplay zu eng ist, öffnet es. Niemals die Gesundheit aufs Spiel stellen.

Montag, 27. März 2017

Das Café der guten Wünsche - Marie Adams [Rezension]






Titel: Das Café der guten Wünsche
Autor:  Marie Adams
Verlag: Blanvalet
Erschienen: September 2016
ISBN:  978-3-7341-0278-3
Preis: 8,99€
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Köln in den fünfziger Jahren.








Im Alltag hat sicher jeder von uns schon einmal eine eher unschöne Begegnung gehabt und dabei "Gehts noch?" oder "So ein Idiot!" gedacht. Wenn es stressig ist, schaut keiner hinter die Fassade und denkt darüber nach, dass das Gegenüber vielleicht genauso denkt oder in Gedanken ganz woanders ist. Und gute Wünsche schickt man anderen Menschen schon gar nicht hinterher!
Daher finde ich es so wundervoll, dass sich bei "Das Café der guten Wünsche" alles um ebendiese Gedanken dreht. Dieser Roman macht einem wirklich gute Laune. Ein kleines Café, bezaubernde Besitzerinnen und gute Wünsche - was braucht man da noch mehr? Natürlich gibt es auch hier, wie bei jeder guten Geschichte, einige nicht so schöne Momente. Laura und Bernadette vernachlässigen das Café, Männer liegen Julia eh nicht und am Ende gibts auch noch heftige Konkurrenz!
Aber natürlich, wie nicht anders zu erwarten war, wendet sich am Ende alles zum Guten. Und es wird so entzückend romantisch - da ging mir das Herz auf, ganz ehrlich! Denn Julia ist wirklich ein wunderbarer Charakter, dem man nur alles Glück der Welt wünscht und gönnt. Ich würde ja gerne mal in ihrem Café was trinken und ein Stück Kuchen essen und ihr bei der Arbeit zuschauen. Julia ist einfach liebenswert, vielleicht etwas zu naiv, aber das macht ihren Charme aus. Als Charakter ist sie mir einfach sehr sympathisch, weil sie so bodenständig wirkt. Sie ist einfach aus dem Leben gegriffen. Ihr geradezu kindlicher und naiver Traum des französischen Traumprinzen kann man sicher eher anstrengend finden, ich fand es ja entzückend. Manchmal sollte man sich so Träume doch bewahren!
Auch die anderen Charaktere gefallen mir eigentlich ganz gut. Einzig Robert und Julias Bruder scheinen mir etwas überzeichnet zu sein. Dennoch hab ich zumindest Robert auch ins Herz geschlossen. Ich mag Pessimisten - eigentlich sogar lieber als so optimistische und gut gelaunte Charaktere wie Julia. Doch hier war ich einfach so gut gelaunt durchs Lesen, dass ich irgendwie alle mochte. So muss so ein Gute-Laune-Roman sein!







Inhaltlich überrascht die Konkurrenz am Ende etwas, der Rest ist jedoch vorhersehbar. Aber durch die gute Stimmung und die liebenswerten Charaktere störte das mein Lesevergnügen nicht wirklich. Ich habe auch keine großen Überraschungen erwartet - manchmal tut es ja auch gut, wenn man eine einfache, aber liebevoll geschriebene Liebesgeschichte lesen kann.


















Eigentlich veröffentlicht Marie Adams unter einem anderen Namen schon länger Romane: Da geht es um die Liebe nach langen Beziehungen und wie man sie am Leben erhalten kann. Umso mehr Spaß hat es ihr gemacht, mal eine frische Liebe an den Start zu bringen - und das mit lauter Alltagsmagie.


 





Julia, Laura und Bernadette leiten ein kleines Café mit ganz besonderem Charme: Jeder Gast bekommt seinen eigenen guten Wunsch - heimlich, still und leise.
Doch Julia hat selbst einen großen Wunsch: Sie möchte ihre große und erste Liebe Jean wiederfinden, daran glaubt sie genauso fest wie an die Kraft der Wünsche. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt: Nicht Jean, sondern Robert schleicht sich in ihr Leben und schließlich auch in ihr Herz. Julia ist sich unsicher: Ist er an ihren Problemen schuld? Oder ist das der richtige Weg?



Mein Dank geht an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 22. März 2017

Rosaleens Fest - Anne Enright [Rezension]





Titel: Rosaleens Fest
Autor: Anne Enright
Original: The green road
Aus dem Englischen: Hans-Christian Oeser
Verlag: DVA
Erschienen: November 2015
ISBN: 978-3-421-04700-7
Preis: 19,99€
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Später, nachdem Hanna Käsetoast gemacht hatte, kam ihre Mutter in die Küche und füllte eine Wärmflasche mit Wasser aus dem großen Kessel auf dem Herd.









Anne Enright hat ein sehr intensives Buch geschrieben, aber mein Buch ist es leider nicht. Ich kam nur sehr schwer rein und die Charaktere waren zwar allesamt aus dem Leben gegriffen, aber wir kamen nicht zusammen. Es klingt ja immer so schwammig, wenn man das schreibt, aber man ist ja auch manchmal mit anderen Menschen nicht kompatibel. Man verspürt keine abgrundtiefe Abscheu oder findet den anderen komplett unnötig, aber es ist eben maximal eine höflich-distanzierte Beziehung zueinander möglich – ohne einen konkreten Grund zu nennen. Und da Bücher ja unser aller Freunde sind, geht es mir hier einfach genauso. Die Chemie zwischen uns stimmt einfach nicht. Würde ich Rosaleens Fest auf der Straße begegnen, würde ich höflich grüßen, aber nicht nachfragen, wie es Dan, Hanna, Emmet oder Constance geht. Es passt grundsätzlich alles in diesem Buch – mir persönlich hat der Schreibstil durchaus zugesagt. Nur konnte ich einfach nicht bei der Geschichte bleiben, ich habe mich andauernd selbst abgelenkt. Ihr kennt das, oder? Normalerweise passiert das ja eher beim Aufräumen (so nach Motto: Oh, ein Buch… das sollte ich wegräumen… oder vielleicht doch mal gaaaanz kurz… - es ist NIE ganz kurz, NIE!) und hier war es leider exakt das Gleiche. Ich konnte mich einfach nicht auf das Buch konzentrieren. Mich hat absolut alles abgelenkt. Und woran das lag? An den Figuren. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, es sind immer wieder die Charaktere. Die sind nicht schlecht, wirklich nicht. Sie haben Stärken, sie haben verdammt viel Schwächen, kurz: Sie haben Charakter. Sie wirken lebendig und nicht flach. Aber irgendwann haben mich die ganzen Schwächen und das Negative gelangweilt. Und da kommt mir die Erkenntnis: Das Buch war mir zu negativ. Ich bin ja selbst so ein Mensch, der gerne mal pessimistisch unterwegs ist (Schande über mein negatives Haupt!) und in manchen Phasen des Lebens braucht man das dann halt nicht noch als Buch. Rätsel gelöst! Buch und ich kamen zur falschen Zeit zusammen – obwohl es inhaltlich wirklich endlich mal tiefgehend war, war es mir zu negativ. Ihr seht, das ist eine äußerst subjektive Meinung. Daher will ich eins sagen: Lasst euch von mir nicht abschrecken, das Buch kann euch wirklich berühren. Es ist auch erfrischend unkitschig, versprochen.
Ich finde die Sprache wirklich grandios. Anne Enright malt Bilder, aber es ist nicht zu viel, sondern genau richtig dosiert. Manches Kapitel hat zwar sein Längen, aber mich stört das eher weniger. Längere Texte bedeutet mehr zu lesen. Ich bin da ziemlich einfach gestrickt. Nur für die Sprache würde ich es mir wohl auch überlegen, das Buch noch einmal zu lesen, in einer Zeit, in der wir einfach besser harmonieren. Da verbirgt sich sicherlich noch das ein oder andere Satz-Schätzchen im Text.
Ach ja, Inhalt, den gibt es ja auch noch. Der ist gegliedert: Wir haben einmal die Zeit, in der die Kinder noch bei Rosaleen leben. Sie nabeln sich langsam ab, erschaffen sich ihre eigene Welt. Die Entwicklung ist wirklich fantastisch am Buch abzuleben. Rosaleen z.B. wird mit den Jahren immer eigener und das kann man dadurch zurückverfolgen. Und dann gibt es da noch den Teil der Rückkehr. Eher widerwillig, vielleicht auch etwas ängstlich, immerhin hat sich viel verändert und Rosaleen ist eben Rosaleen. Den Teil fand ich fesselnder, daher habe ich auch zumindest den Schluss durchgängig gelesen, ohne abbrechen zu müssen.









Ein sehr realistischer Roman rund um eine Familie, die sich erst trennt und dann langsam wieder zusammenfindet. Für mich das falsche Buch zur falschen Zeit, aber dennoch beeindruckend. Insbesondere die Sprachgewalt der Autorin beeindruckt.
















Die Booker-Preisträgerin Anne Enright ist eine der größten englischsprachigen Schrifststellerinnen unserer Zeit. Geboren 1962 in Dublin, lebt sie heute in Bray, County Wicklow. Sie wurde nicht nur mit den Booker-Preis ausgezeichnet, sondern hat u.a. auch eine Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction erhalten.
Auch "Rosaleens Fest" wurde für den Booker-Preis nominiert und hat den Irish Novel of the Year Prize erhalten.


 





Den Preis zur Mutter des Jahres hat Rosaleen nicht verdient. Statt zu geben, nimmt sie lieber und setzt ihre starke Persönlichkeit durch. Doch als sie sich entschließt, das alte Haus zu verkaufen, reist die ganze Familie an - noch einmal möchten Hanna, Constance, Dan und Emmett ein Weihnachtsfest dort feiern. Die Erinnerungen daran sind überwältigend, sowohl die glücklichen als auch die traurigen. Wird es dieses Mal ein versöhnliches Fest und ein schöner Abschied werden? Oder endet doch alles wie immer?




Mein Dank geht an Randomhouse für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt