Montag, 30. Dezember 2013

[Rezension] Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes - Goetz Markgraf

Titel: Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes
Autor: Goetz Markgraf
Band: 1/voraussichtlicht 3
Verlag: Edition Ecrilis
Erschienen am: 16.10.2013
ISBN: 978-3944554204
Preis TB: 11,99€
Leseprobe





Autor

Goetz Markgraf schreibt seit vielen Jahren Kurzgeschichten rund um das Thema Science Fiction und Fantasy. Mit Lukas und das Geheimnis des Geisterwaldes stellt er seinen Debut-Roman vor und gleichzeitig den Auftakt einer mehrteiligen Reihe rund um den elfjährigen Lukas und seine Abenteuer im Weltraum. Beruflich arbeitet Goetz Markgraf als Softwareentwickler, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Inhalt

Der elfjährige Lukas und sein Freund Nico sind fasziniernt von einem geheimnisvollen grünen Leuchten im Geisterwald. Durch Zufall stoßen sie auf die Quelle des Lichtes. Eine turbulente Zeit beginnt, in der die beiden Jungen außerirdische Freunde finden, entscheidend zur Lösung eines kniffligen Problems beitragen und abenteuerliche Reisen weit über die Grenzen unseres Planeten unternehmen.

Erster Satz

Eine Explosion aus Licht!

Meine Meinung

Science Fiction... dafür hatte ich schon immer ein Faible, mehr noch als für Fantasy, wenn ich ehrlich bin. Daher habe ich mich wirklich gefreut, als ich die Chance gekriegt habe, das Buch für eine Leserunde zu lesen (und ich freue mich immer noch darüber). Ich habe mich auch aus dem Grund gefreut, da ich bisher eigentlich wenige Bücher zu dem Thema gelesen habe und gegen ein gutes Kinder-/Jugendbuch habe ich nichts einzuwenden.

Kurz gesagt: Das Buch liest sich einfach nur gut. Und ich will mehr davon! Das sagt doch schon alles, oder? Es hat einfach so viel Spaß gemacht, mit Lukas und Nico den Geisterwald zu erkunden und den Außerirdischen Kawett kennen zu lernen.
Ich könnte euch wirklich lange von der Technologie, den Außerirdischen an sich und der wunderbaren Freundschaft von Lukas und Nico vorschwärmen, weil mir das alles so gut gefallen hat - und hier beachte man bitte die Reihenfolge...

Lukas ist neu in der Stadt und neu in der Schule, eine furchtbare Situation, von der die wenigsten sie sicher so erleben wollen. Trotz allem mag ich besonders die Offenheit, mit der er Nico begegnet und wie sie sich anfreunden. Warum? Weil sie die gleichen Hefte lesen - in dem Alter ein wirklich wichtiger Grund! Die Entstehung dieser Freundschaft ist einfach aus dem Leben gegriffen und das macht es so wunderbar.
Auch Nico ist ein absolut sympathischer Charakter, den ich mit seiner stürmischen Art und Weise gleich ins Herz geschlossen habe.

Bei der außerirdischen Technologie hat es mir insbesondere der Robotron angetan... so etwas würde ich auch nehmen, wenn es das geben würde. Doch allgemein haben mir die Beschreibungen des Raumschiffs und auch der Reisen ins Weltall gefallen, man hatte das Gefühl, dabei zu sein und an der Seite der Abenteurer zu stehen. Gerade der Blick durch Lukas' Augen hat mich immer zum Träumen gebracht.

Fazit

Mein Fazit? Man sollte doch immer mal wieder in den Sternenhimmel schauen, denn es lohnt sich einfach!
Wundervolles Kinder-/Jugendbuch, das einem die Weiten des Alls näher bringt und bei dem ich zumindest Lust auf viel mehr bekommen habe!

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 29. Dezember 2013

[Kommentar] Das Lächeln der Frauen - Nicolas Barreau

Bildquelle
Erster Satz

Letztes Jahr im November hat ein Buch mein Leben gerettet.

Meine Meinung

Das Lächeln der Frauen ist ein wirklich charmanter, kleiner Roman. Natürlich etwas vorhersehbar, das ändert jedoch nichts daran, dass er mir gut gefallen hat. Ich habe im Vorfeld schon einige Meinungen und Kritiken dazu gelesen und bin dann natürlich - nicht voreingenommen, aber eben doch - mit einer gewissen Haltung ist das Buch rein gegangen. Entweder es wurde in den Himmel hochgelobt oder wirklich als miserabel und furchtbar verdammt. Dazwischen gab es scheinbar gar nichts oder sehr wenig. Doch relativ schnell, nachdem ich mit dem Lesen begonnen hatte, habe ich das alles zur Seite geschoben und das Buch einfach nur genossen.
Es ist vorhersehbar, da haben die kritischen Stimmen recht, aber manchmal passt gerade auf Bücher das Sprichwort 'Der Weg ist das Ziel' einfach hervorragend. Man weiß relativ schnell, wie das Ende wohl aussieht und trotzdem machen die kleinen Umwege dahin einfach Spaß. Es ist auch kein anspruchsvolles Buch, aber dafür hat es durchaus bezaubernde Momente. Ich weiß nicht, wie es euch da geht, aber ab und zu brauche ich einfach so eine wundervolle kleine Liebesgeschichte. Und Das Lächeln der Frauen ist für mich so ein Buch.

Die Charaktere... gut... ich muss sagen, dass Aurélie (warum habe ich immer das Bedürfnis Amélie zu schreiben?) mir nicht ganz zugesagt hat. Ich mochte sie schon, aber bereits ihre Abhängigkeit von ihrem Ex-Freund, der wirklich kein Sympathieträger ist, und diese extreme, überspitzte Trauer ist etwas, das mir immer nicht so gut gefällt. Aber auch das hat letztlich dazu geführt, dass die Liebesgeschichte erst beginnen konnte. Ihre Zettelsammlung am Bett fand ich dafür wundervoll. So was sollte ich mir auch zulegen. André ist dagegen ein so eigener Charakter, den ich gleich irgendwie ansprechend fand, wenn auch nicht unbedingt sympathisch.

Die Geschichte an sich ist einfach, aber manchmal mit amüsanten und manchmal mit lustigen Umwegen. Auch das 'Ende' vor dem Ende... ist einfach vorhersehbar, das kann man wirklich nicht anders ausdrücken.

Die Parallelen des Romans, der Lektor, der ein Buch raus bringt, zu dem 'Autor' Nicolas Barreau (oder eben auch nicht) sind auch lustig und haben irgendwie auch etwas Selbstironisches. Mir hat es gefallen und warum auch nicht?

Fazit

Ich finde den Roman sehr niedlich, wenn auch, da wiederhole ich mich doch gerne noch mal, vorhersehbar. Überrascht hat mich eigentlich nicht viel, dennoch habe ich es gerne gelesen, denn die Umwege, die Aurélie und André nehmen, machen dennoch Spaß. Eine schöne, kleine Liebesgeschichte, perfekt, wenn man mal leichtere Lektüre braucht.

Freitag, 27. Dezember 2013

[Rezension] Die Dienstagsfrauen zwischen Kraut und Rüben - Monika Peetz

Titel: Die Dienstagsfrauen zwischen Kraut und Rüben
Autor: Monika Peetz
Band: 3/aktuell 3
Verlag: KiWi
Erschienen am: 07.11.2013
ISBN: 978-3462045659
Preis TB: 9,99€
Leseprobe







Autor

Monika Peetz ist Jahrgang 1963, sie studierte Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Philosophie in München. Nach Ausflügen in die Werbung und ins Verlagswesen war sie Dramaturgin und Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk. Seit 1998 Drehbuchautorin in Deutschland und den Niederlanden.

Inhalt

Eine für alle, alle für eine: Genervt von schlechter Luft, ewiger Parkplatzsuche und Baulärm vor ihrer Kölner Wohnung beschließt Kiki, mit ihrer zweijährigen Tochter Greta aufs Land zu ziehen.Nicht irgendwohin, nein, Kiki hat natürlich einen Plan: Auf einer Reise durch Mecklenburg-Vorpommern hat sie sich in ein leerstehendes Schulgebäude mit Türmchen verliebt. Und sofort ist ihr klar: Hier will ich hin, hier eröffne ich mein Bed & Breakfast für gestresste Stadtleute wie mich und meine Freundinnen.Auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg gelegen, entpuppt sich das Haus als eine komplette Bauruine. Drei Wochen vor der Eröffnung muss Kiki einsehen: Sie schafft es nicht alleine. In den Gästezimmern sieht es aus wie Kraut und Rüben, dafür herrscht auf den Beeten, in denen Bio-Gemüse für die Gäste wachsen soll, noch gähnende Leere. Da hilft nur eines: die Dienstagsfrauen-Clique. Statt zur feierlichen Eröffnung reisen sie nun an, um tatkräftig anzupacken. Jede schleppt natürlich ein Stück von ihrem Alltag mit. Außer Caroline, die hat gleich einen Mann im Schlepptau, der ihr allerdings gar nicht geheuer ist...

Erster Satz

Es hatte so einfach ausgesehen: Türen ausbauen, Schubladen rausziehen, den Korpus aus Birkenholz hochwuchten und dann im Schneckentempo das Treppenhaus nach unten.

Meine Meinung

Ich lass mich gerne mal in die Welt der Dienstagsfrauen entführen, weil es dort immer schön chaotisch, aber zugleich auch lustig zugeht. Noch dazu lesen sich die Dienstagsfrauen einfach so leicht weg, dass sie einfach das perfekte Buch für zwischendurch sind, wenn man mal Entspannung braucht.

Doch auch wenn es keine schwere Lektüre ist, mag ich die Tiefe der Charaktere. Auf den ersten Blick erscheint beispielsweise gerade Estelle etwas oberflächlich, in diesem Buch jedoch beweist sie das Gegenteil. Jede der fünf Frauen hat ihre eigenen Probleme und trotzdem halten sie zusammen, um Kiki zu helfen.
Ich mag eigentlich jede der fünf Dienstagsfrauen, da sie alle so sympathisch sind und wirklich auch in der Nachbarschaft leben könnte. Hinzu kommt eben wirklich, dass sie auf ihre ganz eigene Art und Weise Probleme angehen. Ob das nun Judith ist, die Karten legt oder Caroline, die alles ganz genau betrachtet und misstrauisch sieht.
Hier kommt neben den Damen noch ein eher zwielichtig wirkender Mann hinzu, der auch mich dazu gebracht, Möglichkeiten zu suchen, was er wohl von den Dienstagsfrauen möchte. Und da haben mich nicht nur Carolines Misstrauen und ihr Gedanke, warum er dort ist, wo er ist, sondern auch meine eigenen Mutmaßungen in die Irre geführt - also so, wie es sein sollte ;)

Sehr passend ist natürlich auch das Landthema, das ja aktuell recht beliebt ist. Das Cover ist in der Hinsicht ziemlich schlicht, aber auch vielsagend. Mir gefällt es richtig gut, genauso wie das Landthema. Ich liebe es, wie die Dienstagsfrauen in Gummistiefeln durch das Gebäude stolpern und den Garten umpflügen.

Bisher hat dieser Roman für mich das schwächste Ende: Das Ganze löst sich zu schnell und zu positiv auf. Erst wird man lange hingeführt, rätselt lange rum und dann ist die Lösung irgendwie sehr leicht. Wenn sie zugleich allerdings auch ein weiteres Buch versprechen könnte, denn zumindest Estelles kleiner Kampf ist sicher noch nicht vorbei.

Fazit

Die Dienstagsfrauen machen mir persönlich einfach immer wieder Spaß. Für mich als Landmaus ist Kikis Umzug aufs Land natürlich super und so hat es noch mehr Freude bereitet. Einzig das Ende hat mir nicht ganz so gut gefallen - zu glatt, zu schnell, zu einfach.

Bewertung



Quellen
CoverAutorenvitaInhalt

Mittwoch, 25. Dezember 2013

[Zwischenspiel] Frohe Weihnachten & Neu im Regal

Fröhliche Weihnachten an euch alle ♥
Das wünscht euch mein Mini-Ich, das in diesen zwei Jahren wohl eindeutig bessere Weihnachten erlebt hat. Schaut, wie es sich freut:

Keksööö!

Passt mein neues Dreirad nicht perfekt zu meinem Outfit?

Und was verbinde ich mal gleich mit Weihnachten? Richtig, meine Neuzugänge. Da ich ja wusste, dass ich nicht so viele Bücher geschenkt bekomme, habe ich mir gleich mal noch Bücher selbst geschenkt. Und zwei Adventskalender-Gewinne seht ihr hier auch:

Neuankömmlinge

1. Die Dienstagsfrauen zwischen Kraut und Rüben - Monika Peetz (selbst ist die Frau)
2. Die Känguru-Chroniken - Marc-Uwe Kling (vorablesen-Adventskalender)
3. Twin Souls. Die Verbotene - Kat Zhang (selbst ist die Frau)
4. Assassino - Gerd Ruebenstrunk (Bloomoon-Adventskalender)

Zwei der Weihnachtsbücher habe ich mir selbst ausgesucht und das dritte... habe ich leider schon. Das soll aber euer Schaden nicht sein, denn es ist ein BaBü-Buch und das werde ich demnächst verlosen. Aber hier erstmal diese Bücher:

Weihnachtsneuankömmlinge

1. Das Blumenorakel- Petra Durst-Benning (klasse BaBü-Buch!)
2. Der unheimliche Geisterrrufer - Michael Scott
3. Das Land der verlorenen Träume - Caragh O'Brien

Und natürlich noch ein Bild von unserem Weihnachtsbaum. Nein, der ist nicht krumm, seine Spitze dafür schon.

Weihnachtsbaum mit Hasenzaun

Aber der Knüller dieses Jahr war das Geschenk für meine Oma. Eine Miniaturausgabe ihres großen Schatzes - mit passendem Kennzeichen (für euch aber Bilder ohne unser Wunschkennzeichen, das klebt da nämlich noch auf seiner Folie):

Orangener Käfer! Liebe!

Das hat uns alle glücklich gemacht ;)

Da ich mir außerdem noch einen verstauchten und geschwollenen Fußknöchel geschenkt habe, hoffe ich, bei euch lief es besser. Was habt ihr denn so bekommen?

So, ich wünsche euch besinnliche Feiertage. Ich muss heute und morgen nutzen und meinen Fuß hochlagern, damit er wieder fit wird, denn bald geht es munter weiter. Der Geburtstagsmarathon beginnt.

Sonntag, 22. Dezember 2013

[E-Rezension] Ödland. Der Keller - Christoph Zachariae

Titel: Ödland. Der Keller
Autor: Christoph Zachariae
Band: 1/voraussichtlich 4
Verlag: Lucid Dreams
ASIN: B009MO439S
Preis E-Book:
aktuell kostenlos!
Leseprobe


Autor

Christoph Zachariae wird 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Im Alter von 12 Jahren schreibt er die erste Kurzgeschichte. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. Aus eigenen Drehbüchern entstehen Kurzfilme, die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab.
Seine Leidenschaft gehört der Phantastik und der dunklen Seite der menschlichen Seele.
Seit 2002 lebt er in Berlin. Hier entstehen unter anderem Hörbücher, Drehbücher für Kinofilme und TV-Serien sowie eigene Kurzfilme.

Inhalt

Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: das ÖDLAND.
Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben.
Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat.
Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen.
Erzählt wird Megas Reise durch das ÖDLAND zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.

Erster Satz

Trockenes Gras raschelte in den Ritzen zwischen den Pflastersteinen.

Meine Meinung

Ich muss vorweg sagen, dass ich dieses Buch in einer wirklichen Leseflaute gelesen habe.

Ganz schlicht und einfach vorweg: Das Buch hat mich nicht gepackt. Die Idee hat mir wirklich gut gefallen und ich habe mich auch darauf gefreut, das Buch zu lesen, doch irgendwie waren wir zwei wohl nicht ganz kompatibel. Vielleicht lag es auch wirklich an dieser Flaute, doch auch jetzt noch, wenn ich darüber nachdenke, bin ich einfach nicht überzeugt. Ich habe es jetzt einige Tage sacken lassen, bevor ich diese Rezension schreibe.

Vom Ansatz her gefällt es mir richtig gut: Die Erde wurde zum Ödland, die Menschen, die noch leben, leben in Verstecken, im Untergrund und sichern sich gegen andere Überlebende ab. Die Katastrophe hat die Welt zu einer einzigen Gefahr werden lassen und man kann keinem Außenseiter vertrauen. Das passt hervorragend zum Menschen an sich, denn ganz ehrlich, wer glaubt schon, dass Menschen im Angesicht so einer Katastrophe wirklich ihre kargen Vorräte teilen? Es ist viel realistischer, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Und das wird hier wirklich gut umgesetzt.
Und doch gab es viele Kleinigkeiten, die mich einfach gestört oder zumindest irritiert haben. Ich mag Bücher mit offenen Fragen, jedoch hätte ich gerne auch ab und zu eine Erklärung, die mich zumindest ein Stück weiterbringt. Oder eine falsche Erklärung, die mich in eine falsche Richtung lenkt und in den Folgebänden richtig gestellt wird. Das fehlt mir hier - angefangen mit der Katastrophe. Ich brauche wirklich keine physikalisch detaillierte Erklärung, doch zumindest einen kleinen Hinweis auf die Hintergründe der Katastrophe wären ganz interessant gewesen. Ich weiß nicht, ob sich das in den drei Fortsetzungen irgendwann klärt, manchmal erschien es mir hier jedoch, als wüssten nicht einmal die Wissenschaftler aus dem Keller, was passiert ist. Hinzu kommt, dass ich mich manchmal gefragt habe, warum es teilweise so wirkte, als wären die Menschen überrascht worden und die Wissenschaftler auf der anderen Seite Dinge in Sicherheit bringen konnten. Das waren einfach ein paar Punkte, die mich irritiert haben.
Der Keller war auch eines dieser Dinge, mit denen ich zumindest anfangs gehadert hatte. Dort leben viele Kinder und Wissenschaftler und ich habe mich lange gefragt, warum es dort keine Eltern gibt. Dies hat sich dann doch geklärt und zwar sehr logisch. Das war definitiv ein interessanter Ansatz.

Mega ist die Protagonistin. Sie ist anders, was deutlich hervorgehoben wird, bereits durch ihr Aussehen und ihren Namen. Obwohl sie wirklich lange Strecken des Buches im Vordergrund steht, habe ich dennoch nicht das Gefühl, sie kennen gelernt zu haben. Dazu ist ihre Vergangenheit einfach viel zu mysteriös angesetzt. Das ist allerdings kein Kritikpunkt, immerhin folgen noch drei Bücher, wo das geschehen kann ;)
Allerdings fand ich dafür die Erkundungstour recht anstrengend zu lesen. Zum Einen fand ich das Gerät, mit dem sie sich fortbewegt, zwar ziemlich interessant, doch nach einer Weile gab es einfach Längen. Natürlich lernt man so das Ödland kennen, doch es kommt einfach keine Spannung auf. Und ich habe einfach das Gefühl, das ist fast das Einzige, was passiert. Es ist etwas für meinen Geschmack etwas langatmig. Etwas mehr Spannung, auch etwas mehr 'Action' hätte es ruhig geben dürfen.
Der zweite Erzählstrang war zwar auch noch da und da passierte dann doch etwas mehr, aber auch das konnte mich einfach nicht richtig packen. Es plätschert eigentlich nur vor sich hin und dann kommt am Schluss doch noch ein spannender Cliffhanger...

Ich denke, es ist sicherlich erstmal ungewöhnlich, wenn man die allein gestellten Dialoge liest. Doch ich konnte mich recht schnell daran gewöhnen und fand das doch mal etwas Anderes. Auch die plötzlichen und schnellen Szenensprünge empfand ich als ziemlich interessant.
Dennoch bin ich mir aktuell nicht sicher, ob ich die Fortsetzung lesen würde. Es hält sich wirklich die Waage, was ich bei diesem Buch an positiven und negativen Aspekten gefunden habe.

Fazit

Für mich ein wirklich schwieriges Buch, weil es mich eigentlich nicht überzeugen konnte, aber dennoch wirklich geniale Ansätze hat: Insbesondere die Darstellung einer dystopischen Welt voller Gewalt und Grausamkeit, in der jeder Mensch für sich kämpft, gefiel mir richtig gut. Doch da in diesem ersten Buch nach meinem Empfinden fast nichts passiert ist, habe ich zwar Hoffnung bei der Fortsetzung, aber gleichzeitig auch Zweifel. Ich bin wirklich in einem Zwiespalt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Samstag, 14. Dezember 2013

[Kommentar] Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet - Alan Bradley

Bildquelle
Erster Satz

Im Wandschrank war es so dunkel, und die Dunkelheit hatte die Farbe von altem Blut.














Meine Meinung

Die Reihe hatte es ja auf meine Wunschliste geschafft und klang für mich auch wirklich toll, eigentlich eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Da ich nie dazu kam, es mir zu kaufen, war ich wirklich glücklich, dass ich in der Bibliothek über den ersten Band gestolpert bin. Nach dem Lesen war ich darüber noch glücklicher, denn Mord im Gurkenbeet konnte mich nicht überzeugen.

Der Knackpunkt dabei ist Flavia. Sie ist elf. Sie ist Hobbychemikerin. Sie kennt sich mit Literatur und klassischer Musik aus. Sie klingt wie eine 60jährige. Eigentlich mag ich diese Sprache, die sich immer etwas abhebt, das ist etwas, was mir in der Regel wirklich gefällt. Doch habe ich dabei einfach nicht das Gefühl gehabt, dass ein Kind die Protagonistin ist. Flavia ist altklug, egoistisch und unsympathisch. Außerdem empfand ich sie als arrogant. Sie konnte mich kein bisschen überzeugen. Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf wurde das Buch auch nicht wirklich zum Lesevergnügen.
Die Liebe zur Chemie... gut... die half vielleicht nur einmal bei der Tatwaffe, doch ansonsten wirkten die chemischen Liebeserklärungen von Flavia unnötig und haben Längen geschaffen. So als ob der Autor sich gedacht hätte: 'Oh verdammt, ich sollte mal wieder Flavias Lieblingshobby mit ein bringen.'
Auch die anderen Charaktere bieten da keine große Abhilfe, weil Flavia, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, diese einfach so oberflächlich sieht und oft nur als Versuchsobjekte betrachtet, dass man sie nicht richtig kennen lernt.

Der Mordfall an sich sah auf den ersten Blick ganz interessant aus, auch den Mord im Gurkenbeet mochte ich. Doch der Mörder wird einem so schnell auf dem Silbertablett serviert, dass ich als Leserin gar nicht fassen konnte, dass es noch so lange dauern würde, bis dieser Fall dann doch gelöst werden würde. Und dann sind es doch viele Zufälle, die Flavia auf die richtige Spur bringen, während sie nebenbei noch alle anderen dumm dastehen lässt.

Ich mag Schachtelsätze, ich mag Beschreibungen, ich mag Bilder. Dennoch hat sich hier durch den Schreibstil einiges an Längen ergeben. Hinzu kommt, dass der wunderbare britische Humor einfach nicht wirklich durchkam und somit das Skurrile, das ich bei Titel, Beschreibungen und Kommentaren dazu erwartet hatte, einfach nicht vorhanden war.

Fazit

Ich hätte mir etwas mehr Warmherzigkeit, ein bisschen mehr Witz und eine nicht ganz so perfekte (und dabei unsympathische) Protagonistin gewünscht. Auch die Chemie hätte gerne ihren großen Auftritt haben können, aber nicht diese langen Szenen, die die Story kein bisschen voranbrachten.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

[Rezension] Die Bestimmung - Veronica Roth

Titel: Die Bestimmung
Autor: Veronica Roth
Original: Divergent
Band: 1/3
Verlag: cbt
Erschienen am: 19.03.2012
ISBN: 978-3570161319
Preis HC: 17,99€
Leseprobe






Autor

Veronica Roth lebt in Chicago und studierte an der dortigen Northwestern University Creative Writing. Im Alter von nur 20 Jahren schrieb sie während ihres Studiums den Roman Die Bestimmung, mit dem sie in den USA auf Anhieb die Bestsellerlisten stürmte.

Inhalt

Altruan - die Selbstlosen. Candor - die Freimütigen. Ken - die Wissenden. Amite - die Friedfertigen. Und schließlich Ferox - die Furchtlosen...
Fünf Fraktioen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit filgt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht.

Erster Satz

In unserem Haus gibt es nur einen einzigen Spiegel.
S.7
Meine Meinung

Die Bestimmung ist definitiv eine interessante Dystopie, deren Hintergründe mir an sich ganz gut gefallen. Natürlich ist die Aufteilung in die fünf Fraktionen vielleicht etwas fraglich, denn wer hat nur eine herausstechende Eigenschaft? Kann man das wirklich so unterteilen? Doch das sind dann auch die Fragen, welche die Geschichte spannend machen, und sicher auch Teil der Problematik sind - zumindest wenn es um Protagonistin Beatrice geht. Auch im Nachhinein bin ich einfach noch nicht ganz von dieser Aufteilung überzeugt. Hierbei geht es auch wirklich um die Politik: Warum übernehmen nur die Altruan Regierungsposten? Es spricht doch eigentlich gegen ihre Selbstlosigkeit anderen Fraktionsmitgliedern Regierungsposten zu verweigern, wenn diese sie unbedingt wollen. Vielleicht gibt es ja noch eine Aufklärung, aber den nächsten Band werde ich auch kritisch lesen.

Was mir persönlich auch immer missfällt, ist übertriebene Gewalt und ja, wenn jemand jemand anderem ein Buttermesser ins Auge rammt, dann ist das übertrieben. Ebenso wie eine Fast-Gruppenvergewaltigung, bloß weil die Person auffällt und nicht beliebt ist. Vielleicht sollte es ja die Dynamik zeigen, die sich hier entwickelt hat, und zu was einen die Auswahlprüfungen machen, aber für ein zartes Seelchen wie mich war das dann doch etwas... ja, übertrieben. Die dazugehörende Gewalt der Auswahlprüfungen fand ich hingegen in Ordnung. Es passte zu den Ferox, es entsprach ihrer Darstellung in der Außenwelt und bei den anderen Fraktionen. Man entwickelt beim Lesen hier auch eine eigentümliche Faszination gegenüber diesem Lesen, die Auswahl, die Kämpfe, das Leben, es fesselt einen - auch mich, trotz den bisher genannten Kritikpunkten.

Beatrice ist nicht unbedingt die sympathischste Protagonistin, die ich bisher gelesen habe. Dennoch ist sie durch ihre Selbstzweifel und Unsicherheiten ziemlich interessant. Je weiter die Geschichte voran schreitet, umso abgebrühter wirkt sie jedoch und diese innere Konflikt geht etwas verloren. Das ist vermutlich auch der Punkt, an dem ich immer weniger Zugang zu ihr finde. Insbesondere in Zusammenhang mit Ende und ihren Eltern gegen Ende... aber ich will ja nicht zu viel verraten.
Four... ist auch so ein Charakter, der mich zwiegespalten hinterlassen hat. Zu erstmal: Warum dieser Name? Und damit meine ich nicht 'Four'. So ein verdammt cooler Charakter und dann hat er diesen Namen. Das passt zwar schon zu seiner Vergangenheit, aber dieser Name war für mich wie so ein kleiner Schlag beim Lesen, der mich immer wieder und immer noch irritiert. Und auch ansonsten werde ich aus Four auch bis zum Ende nicht ganz schlau. Er ist interessant, plastisch beschrieben, aber auch hier fehlt mir einfach der Zugang zu ihm.
Die Beziehung zwischen den beiden hat mir dafür ziemlich gut gefallen, es entwickelt sich langsam und unauffällig, sehr natürlich und auch sehr logisch.
Dafür fand ich schade, dass die anderen Charaktere zu kurz kamen, gerade Beatrice' Eltern haben gegen Ende noch einmal ziemlich zugelegt und wirkten sehr interessant, hatten jedoch kaum die Chance dazu, diese auch richtig darzustellen. Daher habe ich auch meine Probleme mit dem Ende und Beatrice' Reaktion darauf. Es ist nicht ganz stimmig.

Fazit

Trotz der vielen Kritikpunkte ist es Veronica Roth gelungen, mich zu fesseln und in den Bann zu ziehen, so dass ich auch den nächsten Band unbedingt lesen möchte. Dennoch finde ich, dass Die Bestimmung viele Schwächen aufweist, die auch gar nicht hätten sein müssen. Das Konzept ist super, aber die Umsetzung und auch manch logische Gedanken dahinter sind nicht wirklich ausgereift.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 10. Dezember 2013

[Cosplay] Rätselraten

Hey! Ein neuer Eintrag! Unglaublich! Okay, ihr merkt vielleicht, ich übertreibe etwas, aber ich habe gerade eine Leseflaute und brauche für ein Buch ungefähr... zehn Mal so lange wie sonst. Nicht mal mein Wundermittel Terry Pratchett hilft. Aber das wird sich auch wieder geben :)


Heute habe ich ein kleines Rätsel für euch. Und auch für die Buchblogger, denn ich bin an einem Buch-Cosplay. Im Moment bastel ich an einem Accessoire für das Cosplay und hier seht ihr die Zutaten:



Nun, was denkt ihr, könnte wohl aus dem Schaumstoff, dem Leder und dem Moosgummi werden? Dazu eine Glasvase als runde Grundform und silberne Farbe, die nicht auf dem Bild zu sehen?
(Auf alle Fälle muss ich die Vase hinterher wieder polieren, Patschefinger!)

Kleiner Tipp: Die junge Dame ist aktuell in aller Munde und ich habe noch kein Buch mit ihr gelesen und nur Teile eines Films gesehen. Weiß wer, wen ich mache? Und vor allen Dingen welches Teil ihres Outfits ich hier gerade gestalte? Wenn das fertig ist, fehlt mir hauptsächlich noch die Perücke, auch wenn ich noch Teile ihrer Kleidung etwas umgestalten muss.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

[Rezension] Der einzige Ausweg - Antonio Hill

Titel: Der einzige Ausweg
Autor: Antonio Hill
Original: Les buonos suicidas
Band: 2
Verlag: Suhrkamp
Erschienen am: 09.12.2013
ISBN: 978-3518464878
Preis TB: 9,99€
Leseprobe







Autor

Antonio Hill, geboren 1966 in Barcelona, arbeitete nach dem Psychologiestudium als Übersetzer. Er lebt und arbeitet in Barcelona.

Inhalt

Eine junge Frau wird von der U-Bahn erfasst, und Inspektor Salgado muss raus in die kalte Nacht von Barcelona: War es Selbstmord? Aber was bedeutet dann das einzige Foto auf ihrem Hand: die steifen Körper von drei erhängten Hunden?
Salgado macht sich an die Arbeit, auf seine eigene kompromisslose Art, die ihn in der Vergangenheit schon mehr gekostet hat, als ihm lieb sein kann. Er spricht mit den Kollegen des Opfers bei einem Kosmetikhersteller, doch ihre Chefin begegnet ihm ausweichend, und die jungen Kollegen kriegen kein gerade Wort heraus. Niemandem in dieser Firma ist zu trauen, und dann erfährt Salgado von einer weiteren Tragödie: Ein anderer Mitarbeiter hat sich eine Kugel in den Kopf gejagt - nachdem er seine Frau und seine kleine Tochter regelrecht hingerichtet hatte.

Erster Satz

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Minuten schaute Inspektor Héctor Salgado sich plötzlich um, fest davon überzeugt, dass ihm jemand folgt.
Aus Héctor

Meine Meinung

Der einzige Ausweg ist ein solider Krimi, aber kein herausragender. Erst im letzten Drittel konnte die Geschichte mich überzeugen, davor hatte ich einfach das Gefühl, dass es zu viele Längen gibt, zu viele Szene, die sich hinzogen und mich überhaupt nicht fesseln konnte.
Dabei ist gerade die Tatsache, dass dies ein Krimi ist, der auf Polizeiarbeit beruht, eigentlich etwas, das mir gefällt. Auch die fehlenden extremen Gewaltausbrüche und brutalen und blutige Morde sind etwas, das mir hier definitiv nicht gefehlt hat. Doch wenn ich einen Krimi lese, der eben auf die Arbeit der Kommissare angewiesen ist, dann erwarte ich auch ein Buch, das mit den Charakteren bestechen kann: Ob das nun ein sympathischer oder außergewöhnlich ermittelnder Kommissar, ein Assistent, der vielleicht einen besonderen Spleen hat, ein charismatischer Verdächtiger oder vielleicht auch ein Opfer, dessen Leben ein unerwartete Wendung hat, ist. Hier habe ich nichts davon. Ein Kommissar, dem ich irgendwie nicht nahe kommen konnte, obwohl ich die Leseprobe da eigentlich viel versprechend fand - jemand, der freiwillig zum Psychologen geht. Leider konnte Kommissar Salgado nicht das halten, was mir zumindest anfangs gefallen hatte. Auch die anderen Charaktere blieben ziemlich blass und konnten einfach keinen Eindruck hinterlassen. Nur Leire Castro sticht dabei noch hervor, doch wenn man sowohl die Verdächtigen als auch die anderen Polizisten betrachtet, ist sie für mich die Ausnahme.

Insgesamt ist der Plot, in dem Leire ermittelt, der Teil des Buches, der zumindest mir besser gefallen hat. Sie wirkt lebendiger, ihre Ermittlungen sind eindeutig interessanter und insbesondere ihre manchmal auch leicht skrupellose Ader macht sie einfach spannender. Leire beschäftigt sich mit Salgados verschwundener Frau Ruth - die Geschichte, die den roten Faden im Vorgänger und auch in den folgenden Büchern bilden wird. Und Ruths Geschichte hat eindeutig mehr interessante Moment als der Todesfall, den Salgado bearbeitet.

Die Idee mit den drei toten Hunden als Druckmittel ist sicher gut, aber für mich auch so ziemlich das einzig interessante Detail an der gesamten Ermittlung. Auch fand ich es schade, dass Salgado, der anfangs eigentlich eher durch die Ermittlungsarbeit so langsam ein Bild des Ganzen erhielt, zum Schluss durch einen 'Schuss ins Blaue' einen Glückstreffer landet und schließlich den Fall lösen kann. Das lies mich leicht unzufrieden zurück

Auch wenn es zwar zwischendurch einige Längen gab, waren diese eher inhaltlich bedingt. Der Schreibstil an sich ist leicht zu lesen und passt sich den Charakteren an. Die vielen Wechsel der Sichten schafften zumindest einen leichten Spannungsanstieg, wenn sie es auch nicht rausreißen konnten.

Das Barcelona-Feeling, das ich mir nach dem Titel erhofft hatte, kam jedoch nicht so rüber. Zwar gibt es einige Barcelona-spezifische Szenen, aber gerade Momenten, in denen einen zugezogene Person die Stadt in den höchsten Tönen lobt, wirkt für mich eher etwas erzwungen.
Lustigerweise hatte ich im Übrigen Probleme mit den spanischen Namen - vielleicht hat dies auch seinen Teil dazu beigetragen, dass das Buch mich nicht fesseln konnte.

Fazit

Antonio Hill hat hier einen soliden Krimi geschrieben, der mich nicht überzeugen konnte. Mir fehlte das Barcelona-Feeling sowie sympathische Charaktere, da nur Leire Castro für mich aus den anderen recht blass bleibenden Figuren herausstach. Auch konnte mich der Haupterzählstrang dank ziemlich Längen nicht vom Hocker reißen. Lesenswert ist dagegen die Geschichte Ruth Salgados, die sich über mehrere Bände erstrecken wird.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 3. Dezember 2013

[Cosplay] Die gute Lunch - Dragonball

Eines der spontansten Kostüme überhaupt: 'Hey, ich hab die passenden Klamotten im Schrank, ich brauch nur noch eine Perücke.'
Meine damalige Cosplaypartnerin so: 'Hey, super, da gibts noch die böse Lunch dazu. Klasse!'
Und fertig war der Plan. Die liebe, gute, nette, freundliche, niedliche Lunch aus Dragonball. Ich mag sie, ich mag sie wirklich sehr. Das Charakterdesign an sich - insbesondere das Niesen, durch welches sie sich in die böse Lunch verwandelt - ist einfach super. Außerdem sieht es gut aus.
Und so entstand mein erstes Dragonball-Kostüm. Eigentlich dachte ich immer, ich mache Chichi, aber hey, Lunch ist sogar noch besser. Eines der Kostüme, wo ich gerne irgendwann doch noch bessere Bilder hätte.
Aber vorerst müssen euch diese hier reichen:

Fotografin: Anna D.
Erkennt zufälligerweise jemand, wo diese Fotos entstanden sind?


Fotografin: Anna D.

Tatsächlich war das auf einem Cosplay-Treffen im Europapark!

Fotografin: Anna D.

Das waren meine wenigen Bilder von der guten Lunch. Vielleicht erbarmt sich die Arii wieder meiner und irgendwann gibt es neue schöne Bilder ♥

Montag, 2. Dezember 2013

[Rezension] Das verbotene Glück der anderen - Manu Joseph

Titel: Das verbotene Glück der anderen
Autor: Manu Joseph
Original: The Illicit Happiness of Other People
Verlag: C.H.Beck
Erschienen am: 26.08.2013
ISBN: 978-3406654220
Preis HC:
19,95€
Leseprobe







Autor

Manu Joseph, geboren 1974 in Kottayam, lebt in Delhi und ist Herausgeben der "Open Magazine". Er war u.a. Redakteur bei "The Times of India", veröffentlichte 2010 den Roman "Serious Men", der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, der auch auf Deutsch erschien, und für den er 2010 den Hindu Literary Prize erhielt.

Inhalt

Der siebzehnjährige Unni Chacko hat etwas Schreckliches getan. Drei Jahre nach seinem Selbstmord erhält sein Vater, der Journalist Ousep Chacko, mit der Post ein Päckchen mit einem Comic seines künsterlisch hochbegabten Sohnes Unni - ein Irrläufer, der Ousep erneut auf die Suche nach den Gründen für den Tod seines Sohnes schickt. Er befragt seine ehemaligen Freunde, besucht Treffen der Comic-Zeichner, belästigt einen berühmten Neuropsychiater, entdeckt das ungewöhnliche Leben seines Sohnes und dringt zugleich immer tiefer in die Geheimnisse der eigenen Familie ein. Der Roman, der in den 1990er Jahren in Madras spielt, klug, scharfsinnig, komisch und sehr anrührend, erzählt vom Leben einer schwer gebeutelten Familie, von Wahrheitssuchen und Liebe, spannend und herzzerreißend.

Erster Satz

Laut Mariamma Chacko gehört Ousep Chacko zu der Sorte Mann, die man töten muss, wenn die Geschichte zu Ende ist.
S.5

Meine Meinung

Dieses Buch gehört für mich wieder zu den Büchern, die mich am Ende 'leer' zurücklassen, weil es eben bereits am Ende ist. Dieses Buch gehört für mich zu den Büchern, bei denen man noch einmal zurück blättert, wieder vorblättert und es geht dennoch einfach nicht mehr weiter.

Es ist wieder eine Geschichte aus Indien und wie so viele indischen Autoren schafft es auch Manu Joseph, mich mit seinem Roman in die faszinierende und so andere indische Kultur zu entführen. Man lernt einfach die Menschen und ihr Benehmen kennen, was hier immer auch besonders hervorgearbeitet wird: Mehrere große Häuser, Beschreibungen, wie die Frauen sich von den Männern verabschieden, wie ihr Alltag aussieht, wie sie reagieren, wenn etwas den Alltag durchbricht, wenn etwas Außergewöhnliches geschieht.

Und etwas Außergewöhnliches ist Familie Chacko geschehen: Ihr Sohn Unni hat Selbstmord begangen. Ohne einen Abschiedsbrief, ohne eine Spur, warum er es tat. Zwar ist dies schon länger her, doch keiner der drei kann loslassen.
Es ist einfach richtig, dass Ousep Chacko, nachdem er den Comic seines Sohnes per Post erhält, wieder loszieht und wissen will, warum Unni sich umbrachte. Denn welcher Vater möchte das nicht wissen? Dadurch, dass die Geschichte jedoch auch aus der Sicht von Mariamma Chacko und dem kleinen Bruder Thoma Chacko sowie Mythili, die junge Nachbarin, erzählt wird, erhält das Buch weitere Tiefen und Geheimnisse. Dazu kommen dann noch die Geschichten, die Freunde und Bekannte von Unni über ihn erzählen. So kommt Unni mir als Leserin wirklich nahe, obwohl ich ihn direkt nicht kennen lerne. Nur über andere Personen. Doch nicht nur ich lerne Unni kennen, auch sein Vater entdeckt einen neuen Unni und gräbt immer tiefer, bis er zu Geheimnissen kommt, von denen er noch nichts wusste.
Tatsächlich war es so, dass ich unterschiedliche Vermutungen hatte, warum Unni sich getötet hat, doch keine davon hat sich als korrekt herausgestellt. Im Gegenteil: Immer wenn ich neue Möglichkeiten hatte, haben die sich in Luft aufgelöst und ich stand wieder vor dem immer gleichen Rätsel. Was sagt der Comic aus? Warum hat Unni sich umgebracht?
Die Figur Unni Chacko hat mich von Seite zu Seite mehr fasziniert. Ich möchte gar nicht mehr zu ihm schreiben, denn dann würde ich eindeutig das Lesevergnügen mindern. Unni ist wirklich ein außergewöhnlicher Mensch...
Auch die anderen Figuren sind mit ihren Schwächen gelungen - sehr menschlich, sehr nahbar und man hat Verständnis. Dabei ist es Manu Joseph wirklich gelungen, diese Charaktere auch humorvoll zu beschreiben, obwohl nicht jede Geschichte zum Lachen ist.

Hervorzuheben sind auch Unnis Comics, die immer wieder beschrieben werden. Diese sind so bildhaft in Worte gefasst, dass ich keine Probleme hatte, mir die teils doch sehr außergewöhnlichen Comics vorzustellen. Auch diese sind nur ein weiterer Punkt, der das außergewöhnliche Denken Unnis aufzeigt. Trotzdem eine wundervolle Idee und gelungen integriert.

Es gibt viele Gedankengänge, die mich auch ein bisschen nachdenklich gestimmt haben. Aber es gibt auch Gedankengänge, die ich einfach so hinnahm und für gut befand. Hängen geblieben ist da beispielsweise Unnis Vorstellung, dass der Hinduismus nur ein gigantisches Comic-Werk ist. Faszinierend, oder?

Fazit

Das verbotene Glück der anderen ist ein wirklich faszinierendes Buch, das einen nicht nur die Familie Chacko und ihre Geheimnisse oder den verstorbenen Unni nahe bringt, es bietet auch Einblicke in den indischen Alltag. Dazu kommen interessante Ideen und ein Ende, das mich etwas sprachlos zurücklässt, weil ich einfach fassen konnte, dass das Buch wirklich zu Ende war.
Ein Buch, das man wirklich mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest.

Bewertung



Mein Dank geht an C.H. Beck und Blogg dein Buch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 29. November 2013

[Kommentar] Im Kirschblütenweg - Rupert Mattgey

Bildquelle
Erster Satz

Wir werden zu spät kommen, ich spüre es.














Meine Meinung

Der vollständige Titel lautet ja Im Kirschblütenweg - Die Hölle ist gleich nebenan. Und das sagt schon vieles über den Inhalt dieses wirklich kurzen, aber dafür umso eindringlicher wirkenden Buches aus. Und wenn man da noch diesen Teil der Kurzbeschreibung liest, graust es zumindest mir umso mehr: 

10 Jahre Terror. 33 Notrufe. Nur ein Ausweg.

Nach einer wahren Begebenheit.

Beim Lesen des Buches liefen mir die Schauer über den Rücken und trotz oder gerade wegen dieser unverblümten und direkten Art, in der der Autor das grauenvolle Leben der Familie darstellt, konnte ich es nicht aus der Hand legen. Es war wie ein Zwang, dieses Buch zu Ende zu lesen. 

Und es ist doch immer noch so: Das Leben schreibt immer die grausamsten Geschichten. Eine Mutter, eine behinderte Tochter, ein Sohn mit Legasthenie und Kinder, die ihre eigene nicht minder tragische Familiengeschichte an der kleinen Familie auslassen. Die Art, wie der Autor diese hasserfüllten und eigentlich sinnlosen Taten beschreibt ist wirklich eindringlich. Auch dass er Schriftstücke der Frau, die dies alles wirklich erleben musste, mit einbaut, verstärkt diesen Effekt noch einmal. Doch nicht nur ihre Sicht wird aufgezeigt, das Ganze wird noch emotionaler, weil die Sicht regelmäßig wechselt. Ob nun Sophia, Timmy oder einer der Täter erzählt... Rupert Mattgey schafft es immer, dies perfekt darzustellen und die Gedankenwelt dem Leser nahezubringen. Manchmal war ich wirklich schockiert, dass dies eine wahre Begebenheit ist, manchmal war ich schockiert zu lesen, wie die jugendlichen Täter denken und fühlen - und nicht nur einmal auch angewidert. 
Doch nicht nur die Täter haben mich geschockt, insbesondere die Handlungen des Sozialamts waren wirklich widerwärtig. Anders kann ich es nicht ausdrücken: Rupert Mattgey hat mit der Sozialarbeiterin wirklich eine unglaublich unsympathische Figur geschaffen, die zugleich aber auch ausdrückt, wie man in Schubladen gesteckt wird und wie Hilfe wirklich ankommt. 

Es gibt immer wieder kursiv gedruckte Abschnitte, die einen Hinweis darauf geben, was mit der Familie geschieht, was dieses Mobbing, dieser Terror ihnen antun wird. Man weiß - auch schon durch die Kurzbeschreibung - einfach, worauf es hinaufläuft und doch hofft man irgendwie, dass es vielleicht doch ein besseres Ende nimmt, als man glaubt. Doch die Wirklichkeit ist nicht gnädig.

Fazit

Dieses kleine Werk ist eindringlich, beängstigend, bewegend, beklemmend und vieles mehr. Es hinterlässt zumindest mich sehr nachdenklich und auch ein bisschen geschockt, denn ich neige, wie so viele andere wohl auch, dazu, solche Gräueltaten zu verdrängen. Es ist absolut empfehlenswert zu lesen.

Donnerstag, 28. November 2013

[Kommentar] Lichtinseln - Tarek Siddiqui

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Erster Satz

Endlich wurde er wieder wach, wagte den Blick gen Himmel, und während die Augen noch beschäftigt waren, sich auf die sonnenbeschienene und trotzdem wenig greifbare Szenerie einzustellen, hinkte das Bewusstsein hinterher.





Meine Meinung

Auch nach Beenden des Buch weiß ich leider immer noch nicht genau, wo das Ziel ist. Oder gilt hier der Satz 'Der Weg ist das Ziel'? Ich weiß es nicht. Genau wie Protagonist Maurits bin ich ziemlich planlos und nach dem Sinn fragend durch das Buch gestolpert, es hat mich persönlich einfach nicht erreichen können. Ich behaupte mal, ich lese zwischendurch auch gerne etwas anspruchsvollere Bücher, auch solche mit philosophischem Kern, doch dieses hier konnte mich absolut nicht fesseln, im Gegenteil: Ich kam nur sehr langsam, fast schon schleppend voran, aber ich habe immer weiter gelesen, in der Hoffnung, es kann mich doch noch packen. Aber scheinbar sind Buch und Leserin, also ich, in diesem Fall nicht auf einer Wellenlänge.

Ich kann mir vorstellen, dass andere wirklich Gefallen darin empfinden, denn das Buch hat an sich eine recht schöne Sprache und auch interessante philosophische Gedankengänge. Mir persönlich haben auch die Umgebungsbeschreibungen gut gefallen, die Lofoten sind sehr schön dargestellt worden, auch die Lichtverhältnisse des Winters hat der Autor gut eingefangen.

Die Charaktere an sich sind wirklich Persönlichkeiten, doch für mich kamen sie in dem Buch trotz allem nicht zur Geltung. Ich hatte einfach das Gefühl, dass das Potential noch nicht ausgeschöpft wurde.

Hier kann ich es wirklich nicht genau begründen, warum sich das Buch für mich so hinzog und warum es mich fast schon gelangweilt hat, doch hier ist es einfach so. Vielleicht liegt es tatsächlich an dieser Ziellosigkeit, die ich dabei empfand, vielleicht auch an der Sprache, die zwar - wie bereits erwähnt - an sich recht schön ist, aber manchmal auch recht gestellt und konstruiert wirkt. Ich konnte mich nicht 'fallen lassen' und die Sprache genießen, weil ich einfach nicht das Gefühl hat, dass sie fließend und natürlich ist. Obwohl es doch schöne Konstruktionen sind.

Fazit

Dieses Buch lag mir überhaupt nicht. Zwar habe ich die durchaus guten Ansätze gesehen, konnte mich persönlich aber nicht einfinden, es berührte mich nicht. Schade...

Montag, 25. November 2013

[E-Rezension] Der Rebell. Schattengrenzen II - Tanja Meurer

Titel: Der Rebell. Schattengrenzen II
Autor: Tanja Meurer
Band: 2/3
Verlag: Bookshouse
Erschienen am: 
ASIN: B00EQ8Y2OM
Preis E-Book: 5,99€
Leseprobe
-> Leseprobe für den Kindle







Autor

Tanja Meurer wurde 1973 in Wiesbaden geboren. Sie ist gelernte Bauzeichnerin aus dem Hochbau, arbeitet allerdings seit 2001 nur noch in bauverwandten Berufen und ist seit 2004 bei einem französischen Großkonzern als Dokumentations-/Projektassistenz beschäft. In den für die Baukonjunktur besonders schlechten Jahren nahm sie Stellen als Kurier- und Behindertenbusfahrerin an Nebenberuflich arbeitet sie seit 1997 bis heute als Autorin und freie Illustratiorin für verschiedene Magazine, Internetseiten und Verlage.

Inhalt

Der 16-jährige Oliver und seine jüngeren Brüder Christian und Michael überleben die schlimmste Nacht ihres Lebens. Ihr Vater ermordet Mutter und weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue.
Doch Oliver und seine Brüder wollen nicht daran glauben, insbesondere als auf Christian ein Anschlag verübt wird.
Fassungslos über die Tat und die Inaktivität der Polizei suchen sie auf eigenen Faust nach der Wahrheit und stoßen auf einen unheimlichen Gegner. Lediglich der unerfahrene Kommissar Daniel Kuhn steht ihnen bei.
Zur selben Zeit werden mehrere Tote im Haus des einzigen noch lebenden Verwandten entdeckt. Die Leichen liegen bereits seit 70 Jahren dort. Die Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, aber Olivers Neugier ist unstillbar. Er glaubt nicht an Zufälle und findet die Gemeinsamkeiten in beiden Fällen.
Doch ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen.

Erster Satz

Ihr hysterisches Lachen endete in ersticktem Röcheln.
S.7

Meine Meinung

Ich bin mir sicher, dass diese Fortsetzung eine ziemlich gespaltene Leserschaft hinterlässt, dass es sicherlich einige gibt, die das Buch verdammen und finden, dass es keinesfalls mit dem ersten Band Glasseelen mithalten kann. Das würde ich zumindest nicht so sehen, denn Der Rebell ist auch nicht mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Während ich den ersten Band als sehr rasant empfand, bei dem die Jagd nach dem Sandmann im Vordergrund stand, dominiert hier nun die Ermittlungsarbeit, die Suche nach den Hintergründen der Morde und der anderen Geschehnisse. Hinzu kommt, dass natürlich das (wundervolle) Ancienne Cologne fehlt, aber eben auch der große literarische Bezug auf E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann. Kein guter Vergleichswert, oder?
Zwar gibt es sicher einen Gesamtzusammenhang, die beiden Bücher unterscheiden sich dennoch sehr voneinander. Jedes gefällt mir auf seine Art und Weise gut. In Der Rebell mag ich die Ermittlungsarbeit, die Suche nach den richtigen Antworten, doch auch das Konzept der Wächter ist ziemlich faszinierend. Der Gedanke, dass Leute mit einer Nahtoderfahrung einen Teil ihrer selbst hinter den Spiegeln lassen, beängstigt und fasziniert zugleich. Auch wenn es zwar nicht so stark ausgeprägt ist, wie bei Glasseelen, findet man auch hier einen mythischen Ansatz, den ich jetzt natürlich nicht verraten werde. Nur so viel: Es fügt sich wieder perfekt in den Gesamtzusammenhang des Buch ein und ist - soweit das möglich ist - eine logische Lösung.

Es tauchen einige Charaktere auf, die der Leser schon beim Vorgänger kennen gelernt hat, die Protagonisten sind nun jedoch andere. Positiv ist hier insbesondere die Beziehung, die sich zwischen Oliver und Daniel entwickelt - sehr langsam, nicht überstürzt, wirkt alles in allem sehr natürlich und nicht aufgezwungen. Allgemein gelingt es der Autorin, die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr schön in Worte zu fassen: Hier denke ich auch insbesondere an die Bruderliebe zwischen den Zwillingen und Oliver, die auch aufgrund des tragischen Mordes etwas Besonderes ist.
Der einzige Charakter, dessen Entwicklung mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist Matthias Habicht. Seine Motive liegen immer im Unklaren und oft verstand ich auch sein Handeln (oder auch seine Emotionen) in Bezug auf die Geschichte nicht. Es gab doch einige Szenen, die für mich persönlich nicht zu dem Charakter gepasst hätte.
Aber das Beste ist und bleibt Opa. Hasendame Opa. Ich liebe sie und ihre Interaktionen mit Oliver (und manche ihrer Aktionen haben mich wirklich an unseren eigenen Hasen erinnert, einfach toll!).

Bei Glasseelen hatte ich ja unter anderem bemängelt, dass die Anime-/Manga-Szene zwanghaft eingebaut wurde. Anfangs dachte ich bei Der Rebell, dass es hier doch besser integriert wurde, doch gegen Ende des Buches gibt es wieder eine Szene, die einfach unnötig und aufgesetzt wirkt. Sehr schade, denn wenn es einfach zum Alltag dazu gehören würde und es 'natürlich' wäre, hätte es mir einfach besser gefallen.

Fazit

Dieses Buch unterscheidet sich in vielen Dingen von seinem Vorgänger, gefällt mir auf seine eigene Art und Weise fast genauso gut. Natürlich kann es nicht an die Integration der Geschichte Der Sandmann oder vom Setting her an Ancienne Cologne heranreichen, doch die unermüdliche Suche nach der Wahrheit und vor allen Dingen die bezaubernde Liebesgeschichte zwischen Oliver und Daniel machen das Buch auf seine eigene Art und Weise zu einem sehr lesenswerten Buch.

Aber noch eins: Liebe Tanja... wie kannst du mich auf so einem Cliffhanger sitzen lassen? Ich hoffe, dass alles klappt und ich den dritten Band bald lesen kann :)

Bewertung



Quellen
CoverAutorenvitaInhalt

Samstag, 23. November 2013

[BaBü] Bienen-Stich - Brigitte Glaser

Titel: Bienen-Stich
Autor: Brigitte Glaser
Verlag: Emons
Erschienen: Oktober 2009
ISBN: 978-3897056817
Preis: 10,90€
Leseprobe







Autor

Brigitte Glaser, geboren 1955 in Offenburg, wuchs im Badischen auf. Sie studierte in Freiburg Pädagogik und wechselte nach Köln, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt. Seit 2001 erscheint ihre Krimiserie 'Tatort Veedel' im Kölner Stadt-Anzeiger.
Sie ist auch Urheberin der Projekts 'Achern im Visier', welches ich euch HIER bereits vorgestellt hatte.

Inhalt

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Patentante Rosa erbt Katharina deren Haus und Hof. Bald mehren sich ihre Zweifel an dem angeblich natürlichen Tod der alten Frau. Wer ist in ihr Haus eingebrochen? Warum hat Rosa sich geweigert, ihre Felder als Bauland zu verkaufen? Wohin sind ihre Bienenstämme verschwunden? Oder hat Rosas Tod etwas mit ihrer Rolle in der Mais-Guerilla zu tun, die gegen den Einsatz von tödlichen Insektiziden kämpft? Um die Rätsel zu lösen, muss Katharina tief in Rosas Geschichte eintauchen und damit auch in ihrer eigene Vergangenheit.

BaBü

Okay... dieses Buch motiviert mich wieder so richtig, mehr BaBü-Bücher zu lesen. Warum? Na ja... das liegt sicherlich zu einem großen Teil am Schauplatz dieses Buch: Fautenbach und Achern. Natürlich reist Katharina auch noch nach Freiburg, Kehl oder ins elsässische Scherwiller, aber Fautenbach ist nun mal der Hauptschauplatz. Ein kleiner Ort am Rande des Schwarzwalds, an dessen Ortseingang ihr das hier findet: eine riesige Holzzwiebel. Warum? Wegen dem jährlichen Ziwwlfescht. Allgemein liegt Fautenbach in einer sehr ertragreichen Gegend, aber die meisten Menschen kennen wohl die berühmten Bühler Zwetschgen:


Blau schimmerten die berühmtesten Früchte der Gegend zwischen den Blättern, und die faulen unter dem Baum zeigten an, dass es höchste Zeit war, sie zu ernten. [...] Schnell waren die reifsten gepflückt, und ich dachte an Zwetschgenkuchen mit Kartoffelsuppe, ein Gericht, das Rosa immer aus den ersten reifen Früchten zubereitet hatte.
S.26

Okay... so kennt ihr Zwetschgen vermutlich nicht, oder? ;) Ist aber sehr lecker, auch wenn es seltsam klingt. Aber in der Gegend gibt es noch viel mehr leckere Sachen:

Hast doch alles, das Mittelbadische ist doch ein Garten Eden: Wild und Pilze aus dem Achertal, Obst aus Fautenbach, Gemüse aus Önsbach, Wein aus Waldulm, Rahmkäse aus Kappelrodeck, Zwetschgen aus Bühl, Walnüsse aus Sasbachwalden, Speck aus Seebach.
S.93

Allein das Kulinarische reicht jedoch nicht aus, um Baden zu zeigen, auch der unverwechselbare Dialekt gehört dazu. Ich habe euch jedoch nicht jemanden aus Fautenbach ausgesucht, sondern eine Elsässer Dame aus Fautenbachs Partnerdorf Scherwiller rausgesucht. Allemannisch kombiniert mit französischen Brocken:

"Salut, Catherine", trois grandes bises zur Begrüßung, "long isch's her, dass du hier g'wäse bischd! Oh lá lá, quelle belle dame!"
S.137

Ja, so kann es bei uns klingen. All das macht jedoch auch Baden und gerade unsere Gegend hier aus. Bienen-Stich präsentiert die Gegend rund um Achern sehr gut und wenn ihr euch mal dorthin lesen wollt, kann ich es nur empfehlen.

Übrigens: Für mich persönlich gab es tatsächlich eine sehr amüsante Stelle, als der Jörger-Metzger auftaucht, denn eine Metzgerei dieses Namens existierte früher tatsächlich und meine Großtante, die dort lange Zeit gearbeitet hat, hat heute noch Kontakt mit Frau Jörger. Solche Momente sind in einem Regio-Krimi oder allgemein einem regionalen Buch natürlich immer sehr toll zu lesen.

Meine Meinung

Statt eines Kommissar ermittelt hier Köchin Katharina, die aufgrund des Todes ihrer Großtante zurück in die alte Heimat kommt. Dadurch hat man auch in Form von Telefonaten etliche Einblicke in ihr nicht ganz glatt laufendes Liebesleben. Doch damit gibt es sich nicht, Familienprobleme, die Ermittlungen und Einblicke in die Maisguerilla sowie das Wiedersehen von alten Bekannten kommen auch noch dazu.

Es ist ein recht unscheinbarer Mord, der nur wenige misstrauisch macht, Katharina und einen alten Freund ihrer Großtante. Dahinter jedoch stecken unterschiedliche kritische Themen: Liebe im hohen Alter, das (auch tatsächlich so stattfindende) Bienensterben und die Sache mit dem Mais. Immer mehr Bauern verlegen sich auf den Anbau von Mais, weil er einfach und sehr pflegeleicht ist. Dies ist ein sehr großes Thema im Buch und wird leider oft auch etwas zu trocken gestaltet. Es gibt sehr lange Passagen, in denen diese Agrarpolitik in Bezug auf Mais und letzten Endes auch auf Genmanipulation dargestellt wird. An sich ein sehr interessanter Ansatz, wenn er nicht zu sehr hingezogen wurde.
Der Mord an sich löst sich dann doch ziemlich überraschend auf und das hat mir wirklich gefallen. Zwar hatte ich auch einige Verdächtige, doch Brigitte Glaser konnte hier am Ende dann doch überraschen. Und auch zwischendurch tauchen einige interessante Indizien und ähnliches auf (eine davon... uh!).

Da ich die vorhergehenden Bände nicht kenne, hatte ich anfangs auch leichte Zweifel, wie sich das Buch wohl liest. Diese haben sich sehr schnell aufgelöst. Es gibt zwar immer wieder Anspielungen auf das Geschehen aus den Vorgängern, doch die wichtigsten Informationen über Katharina und ihr Leben erfährt man auch so. Zwar werde ich irgendwann auch mal die anderen Bücher lesen, doch ich kann sagen, dass es auch ohne geht.
Kulinarische Krimis sind mir die liebsten Krimis: Sie regen den Appetit an (in meinem Fall hatte ich danach Gelüste nach Linzertorte und Quittengelee...) und dabei wird ein interessanter verwickelter Fall aufgelöst, was gibt es Besseres?

Gerade Katharina ist ein vielschichtiger Charakter, der zwischendurch auch Dinge getan hat, die ich persönlich nicht gut heiße, doch das hat sie eindeutig noch interessanter gemacht. Auch ihr guter alter Freund FK ist ein Charakter, von dem ich gerne mehr lesen würde. Er wäre sicher auch ein guter Protagonist eines eigenen Buches, man merkt, wie viel Geschichte in diesem Charakter steckt. Allgemein fand ich alle Figuren sehr durchdacht.

Fazit

Bienen-Stich beschreibt nicht nur Baden, bzw. in dem Fall Fautenbach und Umgebung, wirklich hervorragend (und man hat das echte Baden-Gefühl), auch der Krimi an sich steht nicht zurück. Wenn man von einigen Längen beim Thema Maisanbau absieht, ein wirklich rundes und spannendes Buch!

Bewertung


Quellen
CoverAutorenvitaInhalt
Das Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.