Freitag, 17. April 2015

[Rezension] Moshi Moshi - Banana Yoshimoto





Titel: Moshi Moshi
Autor: Banana Yoshimoto
Original: Moshi-moshi Shimokitazawa
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-06931-0
Preis: 21,90€
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Autor

Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie während ihres Studiums, jobbte nebenbei als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹, daher ihr Pseudonym. Ihr Vater Ryumei Yoshimoto war ein bekannter Essayist und Literaturkritiker. Sie schrieb zahlreiche Bücher, die auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen erreichten. Ihr Debütroman verkaufte sich auf Anhieb millionenfach – ein Phänomen, für das dann die Bezeichnung ›Bananamania‹ gefunden wurde.

Inhalt

Die zwanzigjährige Yotchan steht vor dem Nichts, als ihr Vater, Leader einer Rockband, plötzlich zusammen mit einer wildfremden Frau Selbstmord begeht. Mit ihrer Mutter findet sie Zuflucht in einer ungewöhnlichen WG in Tokios Künstler- und Szeneviertel Shimokitazawa. Dort findet jede auf ihre Art zu neuer Lebensfreude zurück, getragen von dem authentischen Stadtviertel und seinen Bewohnern. Kochkunst, Essenslust und eine bewegte Reifungs- und Liebesgeschichte – eine asiatisch weise Verführung zum Leben.

Erster Satz

Von dem schon verstorbenen Regisseur Jun Ichikawa, den ich sehr verehre, gibt es den Film Zawa zawa Shimokitazawa, "Summendes Shimokitazawa".

Meine Meinung

Obwohl der Hintergrund für dieses Buch ja doch sehr traurig und tragisch ist, ist dieses Buch wundervoll leicht und liest sich in einem weg. Außerdem ist es ziemlich appetitanregend! Ich persönlich habe bisher kein Buch von Banana Yoshimoto gelesen, muss aber sagen, dass es sich echt gelohnt hat, diese Autorin mal zu testen. Der Schreibstil liest sich einfach wunderbar leicht und man kommt schnell in die Geschichte rein.
Ich-Erzählerin Yotchan kommt einem auch sehr schnell nahe. Der Hintergrund, der Selbstmord ihres Vaters, ist nicht nur natürlich sehr dramatisch, sondern auch mysteriös und hat letztlich fast etwas Fantastisches, weil die Gründe nicht greifbar. Vor allen Dingen die Unbekannte wird hochstilisiert. Ihre Hintergründe sind absolut nicht einsehbar, kein Wunder, immerhin ist hier eine Ich-Erzählerin am Werk und die Frau ist tot. Das ist etwas, was Yotchan auch belastet, nicht zu wissen, warum ihr Vater das tat, was da wirklich geschehen ist und warum er nicht angerufen hat.
Doch, was mir hier einfach gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass es zwar einen großen Stellenwert einnimmt, aber Yotchan eben dennoch lebt und sich entwickelt. Sie hat einen Job, den sie mag, sie hat Männer, für die sie sich interessiert und... sie gründet eher unfreiwillig eine WG mit ihrer Mutter.
Dieser ganz Roman hat einfach eine Weisheit in sich, dass das Leben auch nach dem Tod eines geliebten Menschen und sei dieser noch so dubios, weiter geht. In diese Momente habe ich mich regelrecht verliebt. Insbesondere in die Momente mit Yotchans Mutter. Da Yotchan als Ich-Erzählerin keinen Einblick in deren Leben geben kann, kriegen wir als Leser nur mit, was sie als Tochter mitkriegt und das zeigt das Bild einer faszinierenden Frau, die in ihrer Ehe vielleicht manchmal auch stehen geblieben war und nun das Leben neu für sich entdeckt.
Yotchan ist ein sympathischer Charakter, der den Vater vermisst und sich viele Fragen stellt, ihn aber dennoch nicht gottgleich darstellt. Sie leidet, sie träumt und dennoch entwickelt sie sich weiter. Ich mag Yotchan.

Fazit

Diese Entwicklung und das Weiterleben nach einem Verlust sind die großen Themen in dem Buch und ich finde, Banana Yoshimoto ist es perfekt gelungen, diese umzusetzen.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 15. April 2015

[Rezension] Fünf Viertelstunden bis zum Meer - Ernest van der Kwast





Titel: Fünf Viertelstunden bis zum Meer
Autor: Ernest van der Kwast
Original: Giovanna's navel
Verlag: mare
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-86648-205-0
Preis: 18,00€
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Autor

Ernest van der Kwast wurde 1981 in Bombay geboren und ist halb indischer, halb niederländischer Herkunft. Sein autobiografischer Roman Mama Tandoori (2010) war mit knapp 100 000 verkauften Exemplaren ein Bestseller und wurde für das Theater adaptiert. Van der Kwast lebt in Südtirol.

Inhalt

Juli 1945, ein heißer Sommertag am Strand von San Cataldo, am östlichen Ufer von Italiens Absatz: Fasziniert beobachten die Brüder Ezio und Alberto die Mädchen am Strand, die in hochgeschlossenen Badeanzügen vorbeistolzieren. Bis die 20-jährige Giovanna Berlucchi aus der Brandung auftaucht – in einem Zweiteiler. So etwas haben die Jungen noch nie gesehen. Ezio verliebt sich leidenschaftlich in die stolze donna Pugliese, und im Laufe dieses Sommers, in dem der Zweiteiler nicht die einzige Offenbarung bleibt, wird er ihr zwei Heiratsanträge machen. Doch Giovanna liebt das Meer und ihre Freiheit, sie hat die »Lunge eines Delfins« und kann länger tauchen als ihre vier Schwestern zusammen: Auf beide Anträge antwortet sie, indem sie zum Meer läuft und in den Wellen verschwindet. Aus Schmach und Kummer flieht Ezio, so weit er kann, vom Süden in den Norden Italiens. Dort wird er Apfelpflücker, und in den kalten Südtiroler Wintern melkt er Kühe – doch nie vergisst er Giovanna und den gemeinsam verbrachten Sommer. Über sechs Jahrzehnte sehnt er sich nach seiner ersten und einzigen großen Liebe. Da trifft ein Brief von ihr ein.
 
Erster Satz

Es war der schönste Tag im Leben des Postbotens.

Meine Meinung

... doch das ist eine andere Geschichte. Dieses Kleinod erzählt nicht die Geschichte des Postbotens, obwohl es uns Lesern doch verrät, was diesen so glücklich macht.
Dieses Buch ist herzerwärmend. Es hat Leidenschaft, einen Bikini zu Zeiten, als diese noch verpönt waren, eine junge Liebe, einen oder auch zwei Schicksalsschläge, Strandszenen, eine Flucht und so viel mehr, was dieses, ich wiederhole mich, Kleinod absolut lesenswert macht! Ich bin jedenfalls verliebt in dieses Büchlein!
Es ist nicht nur diese wundervolle Liebesgeschichte, die zwischen den Zeiten springt, die mich so in den Bann gezogen hat, es ist vor allen Dingen auch die Sprache. Ich finde es wundervoll. Ich werde es definitiv noch mal lesen, denn ich fand es einfach in allen Punkten wundervoll. Ein wahres kleines Herzensbuch.

Giovanna und Ezio sind interessante Charaktere, ihre Liebe nicht glatt und einfach, sondern leidenschaftlich und voller Ecken und Kanten. Es gibt einen Bruch, weil Giovanna stolz und freiheitsliebend ist, doch viele Jahre später kommt dann dieser Brief. Und der Leser erfährt langsam, was geschehen ist, was die beiden verbindet und wenn es euch so geht, wie mir, verliebt ihr euch in die Sprache, in die Geschichte, in dieses bezaubernde kleine Buch.

Fazit

Dieses Buch geht ans Herz, es berührt, es bewegt und ist einfach nur wundervoll. Hinzu kommt diese wunderschöne Sprache, diese perfekt gesetzten Worte. Für mich ein wahres Highlight!

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 14. April 2015

[Cosplay] Officer Rocky Progress

Wartet mal... was ist denn das für ein komischer Beitrag? Cosplay... Moment, da war doch was. Richtig! Ich lese ja nicht nur, ich hab ja noch ein Hobby: Cosplay! Und ich habe mein Cosplay-Wintertief hinter mir gelassen. Der Wahnsinn! Ein neues Cosplay-Beitrag! Dass es wirklich dazu nochmal kommt...

Nein, im Ernst. Die Hanami im Mai rückt näher und es wird Zeit, zumindest mal wieder ein neues Kostüm an den Start zu bringen. Diese Dame war/ist geplant:


Ich muss sagen. So viele kleine Details. Und dann diese Haare! Diese Perücke hätte ich nie im Leben hingekriegt. Ich bin haar-unbegabt, ich kann mir nicht mal selbst einen französischen Zopf flechten (und das liegt nicht nur an der Haarlänge). Also habe ich die Perücke in Auftrag gegeben und bin auf das Ergebnis gespannt.
Da ist noch genug ansonsten zu tun, auch ohne dass ich vor lauter Perückenhass rumfluche.
Es ist immerhin ein Teil fertig, ein Teil! Der Rock. Und davon habe ich nicht mal ein Bild für euch...

Wo stehe ich also aktuell? Die Gürtelsysteme sind vorgearbeitet, da fehlen noch die Verschlüsse. Das Täschchen ist fertig. Das Oberteil in seiner Grundform auch. 




Hier seht ihr... den falschen Rock. Aber egal, ignoriert ihn! Hier steht ihr, dass ich gerade dabei bin, diese hellblaue Dreieck vorne anzubringen. Das ist in der Zwischenzeit angeheftet und wird heute noch angenäht. Hinten muss so etwas ebenfalls noch angebracht werden, aber hinten muss ich noch etwas abnehmen, weil es mir minimal zu groß ist.

Dann sind da noch Hut und Handschuhe. Die beiden bösen Hs!

Handschuhe sind eh mein Alptraum, erster Versuch misslungen, zweiter Versuch folgt nächstes Wochenende.
Der Hut. Der Hut hat ein ganz bezauberndes Grundgerüst. So ein Strohkäppi. Unglaublich hässlich, hatte aber den Vorteil, dass er hinten gebunden wird und somit die Größe variabel war. Habe ich dann an meinen Dickschädel mit Perücke hervorragend anpassen können.


Hier seht ihr noch ein Teil des Strohteils. Mit Moosgumi habe ich die richtige Größe und Höhe angepasst und hinten verschlossen, da ein Stück dann ja offen 


Entenschnabel! Aktuell sieht das ganze so aus. Gesteckt, aber noch nicht genäht. Das Schwarze wird tatsächlich vorne auch noch etwas gestrafft. Irgendwie fehlt auch noch ein Deckel, oder? Das genähte Teil liegt unten drunter, muss nur noch angenäht werden sozusagen x)
(Entschuldigt die Qualität...)


Oh, hier seht ihr übrigens doch noch den misslungenen Handschuh. Das Leder ist übrigens echt toll! Das rote Schrägband ist hoffentlich heute (heute ist Sonntag, auch wenn für euch heute Dienstag ist xD) heute noch im Einsatz. Ich möchte, wenn möglich, den Kragen noch anfangen/fertig stellen. Außerdem sind für heute (also Sonntag!) noch etwas enger machen, die Ärmel vor allen Dingen und diese Schulterpolster geplant. Die aufgesetzten Taschen wären ein Traum, aber mal schauen, wie weit ich komme.
Danach muss ich ja auch noch als die kleinen goldenen Dekoelemente machen! Den Hut fertig stellen und dann sind da ja noch die Handschuhe. Innerlich stelle ich gerade äußerst erfolgreich den 'Schrei' nach.
Was denkt ihr? Läuft es oder läuft es nicht? Und habt ihr die Einträge überhaupt vermisst? x)

Montag, 13. April 2015

[Rezension] Gated - Amy Christine Parker





Titel: Gated. Die letzten zwölf Tage
Autor: Amy Christine Parker
Original: Gated
Verlag: dtv
Erschienen: August 2015
ISBN: 978-3-423-76098-0
Preis: 16,95€
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Autor

Amy Christine Parker machte in Lakeland, Florida, ihren Abschluss als Grundschullehrerin und versuchte sich dann in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie erkannte, was sie wirklich will: Bücher schreiben. Heute arbeitet sie als hauptberufl iche Autorin und wohnt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und einer unbeschreiblich fetten Katze in der Nähe von Tampa, Florida.

Inhalt

Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . . 

Erster Satz

"Diesmal schießt du, um zu töten, okay?"

Meine Meinung

Endlich mal ein Einzelband! Keine Reihe, sondern ein einzelner Band. Einfach unglaublich, oder? Ich finde, das gerade im Segment Jugendbuch immer mehr Reihen erscheinen. Und mit Gated ist ein richtig gutes Buch.
Es spielt fast durchgehend in dieser geschlossenen Gemeinschaft, die misstrauisch gegenüber der Welt und dem Bösen in dieser ist. Ein Konzept, das meiner Ansicht nach sehr spannend ist. Als Leser merkt man sofort dieses Sektenartige, dass Mandrodage Meadows definitiv umgibt, aber zugleich versteht man auch, warum Lyla und ihre Eltern daran hängen und es eben nicht so empfinden. Pioneer, der Führer dieser Gruppe, wirkte auf mich bereits mit seinem ersten Auftritt... gruselig. Nicht der Typ Mensch, dem ich meine Zukunft anvertrauen würde. Doch zugleich sind da Lylas Erinnerungen an ihn, die Momente zeigen, die nicht so schlimm sind (aber doch immer diesen Beigeschmack haben). Als Leser ist man der Protagonistin hier einfach von Anfang an voraus. Da schadet auch eine gesunde Portion Misstrauen gegen Gemeinschaften wie diese. Nicht alle mögen so sein, aber der Weltuntergang, das Böse, das schreibt für jeden halbwegs vernünftigen Menschen, doch geradezu Sekte, oder?
Lyla entpuppt sich als der vernünftigste Mensch in Camp Weltuntergang und merkt Stück für Stück, dass da nicht alles Gold ist, was glänzt. Hilfe bekommt sie auch noch, aber zuviel verraten möchte ich euch ja auch wieder nicht. Pioneer entpuppt sich immer mehr als Alptraum und Lyla kämpft nun dagegen an. Leicht wird das jedoch nicht und es warten einige unangenehme Wendungen. Soviel sei gesagt: Es wird nicht alles glatt laufen und Lyla muss gegen viele Widrigkeiten ankämpfen.

Fazit

Ein richtig spannendes Jugendbuch, das mich besonders am Ende mit viel Action und tollen Momenten (auch nicht so schönen, sondern etwas härteren) fesseln konnte! Ich hab das Buch am Ende verschlungen und konnte es nicht mehr zur Seite legen. Super!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 12. April 2015

[Rezension] Ein Jahr auf dem Land - Anna Quindlen





Titel: Ein Jahr auf dem Land
Autor: Anna Quindlen
Original: Still Life with Bread Crumbs
Verlag: DVA
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-421-04666-6
Preis: 19,99€
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Autor

Anna Quindlen, Jahrgang 1952, gehört in den USA zu den wenigen ganz großen Autorinnen, die sowohl die Literaturkritik als auch das breite Publikum begeistern. Ihre Romane und Sachbücher erobern regelmäßig die amerikanischen Bestsellerlisten. Für ihre Kolumnen in der New York Times erhielt sie 1992 den Pulitzer-Preis. Ihr Bestseller »Die Seele des Ganzen« (1995) wurde unter dem Titel »Familiensache« mit Meryl Streep verfilmt. Ihr neuester Roman »Ein Jahr auf dem Land« rangierte in den USA monatelang in den Top-Ten und verkaufte sich eine viertel Million Mal.

Inhalt

Rebecca Winter steht an einem Wendepunkt: Von ihrem Mann ist sie geschieden, für ihren erwachsenen Sohn nicht mehr unentbehrlich, und als Künstlerin hat sie längst ihren Zenit überschritten. Jahrelang lebte die berühmte Fotografin sorglos von den üppigen Einkünften eines Schnappschusses. Aber nun ist der Geldstrom versiegt. Notgedrungen beschließt sie, ihr New Yorker Apartment zu vermieten und für ein Jahr in ein kleines Haus fernab der Stadt zu ziehen. Der unfreiwillige Landaufenthalt ist kein Spaziergang im Central Park – und doch beschert er Rebecca eine unverhoffte Liebe, neue Inspiration und den Mut, unbekannte Wege zu beschreiten ...

Erster Satz

Kurz nach zwei am frühen Morgen fuhr Rebecca Winter im Bett hoch.

Meine Meinung

Bücher, die sich um die Flucht Richtung Land drehen, sind ja grad eine Welle, die etwas überschwappt und ich finde das ziemlich gut. Ich als Landkind lese gerne Romane, die sich darum drehen.

Hier geht es um Rebecca Winter, eine Fotografin, die ihren Zenit sozusagen überschritten hat und nun an einem Wendepunkt steht. Ich kann es nicht in Worte fassen, warum das so war, aber den Anfang empfand ich als schleppend. Irgendwie kam ich nicht so schnell in die Geschichte und es war einfach ein sehr zögerliches Eintauchen in das Buch. Doch irgendwann kamen Rebecca und ich dann doch zusammen und danach las es sich sehr angenehm.
Aber auch danach war es keine Geschichte, die einen fesselt, die einen vom Hocker reißt, sondern ein Roman, der sich sehr angenehm liest und einfach eine schöne Geschichte für zwischendurch ist.

Rebecca ist eine sympathische Protagonistin: Sie passt nicht richtig auf das Land, aber eben auch nicht mehr in die Stadt und das alte Leben, das sie davor geführt hat. Wendepunkt trifft es schon ganz gut, bei Rebecca befindet sich einfach alles im Umbruch: insbesondere auch ihr Leben als Fotografin. Und diese Widrigkeiten, die das mit sich bringt, spürt auch der Leser. Rebecca muss kämpfen und ihre Kunst für sich neu entdecken. Dass sie dabei eine neue Liebe findet, ist natürlich praktisch schon ein Romangesetz, oder? Jedenfalls hat mich das nicht überraschen können. Ich persönlich fand einfach den Kunstaspekt viel interessanter und lesenswerter. Dieser Konflikt hat mich fasziniert. Ich glaube, ich entwickel gerade ein Faible für Künstler-Romane.
Die anderen Charaktere waren für mich gar so stark herausgearbeitet wie Rebecca. Obwohl ich Sarah und die Idee ihres Cafes ganz entzückend fand, fehlte mir hier einfach die Tiefe. Der Roman dreht sich um Rebecca. Nicht einmal Jim, ihr Love-Interest, der eigentlich einen ganz interessanten Hintergrund hat, wirkt einfach nicht ganz so stark ausgeprägt. Jeder dieser anderen Charaktere hat das Potenzial für einen eigenen Roman, aber hier sind sie mir einfach nicht prägnant genug.
Das ist allgemein ein Problem dieses Buch und vielleicht empfand ich die Liebesgeschichte deshalb auch nicht so umwerfend oder besonders bezaubernd. Irgendwie wirkt hier alles, als wäre ein Schleier davor, nicht ganz scharf und nicht ganz ausgeprägt. Wie gesagt, war für mich Rebeccas Selbstfindung eigentlich das Interessanteste. Schade eigentlich, insbesondere weil ich die Hintergründe der anderen Charaktere richtig toll fand!

Fazit

Ein schöner Roman für Zwischendurch, doch im Zwischenmenschlichen fehlt trotz toll durchdachten Hintergründen einfach die Tiefe, die Schärfe... die Würze! Für mich liegt der Fokus auf Rebeccas Selbstfindung als Künstlerin, doch leider genügt das nicht.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt