Sonntag, 3. Juli 2016

[Rezension] Future - Dmitry Glukhovsky






Titel: Future
Autor: Dmitry Glukhovsky
Original:  Будущее
Aus dem Russischen:  M. David Drevs
Verlag: Heyne
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-453-31554-9
Preis: 16,99€
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Dmitry Glukhovsky, geboren 1979, hat internationale Beziehungen in Jerusalem studiert und arbeitete als Journalist unter anderem für Russia Today, Deutsche Welle und Sky News. Mit seinem Debütroman „Metro 2033“ landete er auf Anhieb einen Bestseller. Glukhovsky lebt und arbeitet in Moskau.








Seit die Sterblichkeit überwunden wurde, ist die Erde vollkommen überbevölkert. Ganz Europa ist zu einer einzigen Megapolis aus gigantischen Wohntürmen zusammengewachsen. Nur die Reichen und Mächtigen können sich in den obersten Etagen noch ein unbeschwertes Leben leisten, während die Mehrheit der Bevölkerung auf den niederen Ebenen ein beengtes Dasein fristet. Die Fortpflanzung ist streng reglementiert, und illegale Geburten werden unnachgiebig verfolgt. Als der Polizist Nr. 717 auf den Anführer einer Terrorgruppe angesetzt wird, gerät er in das Netz eines Komplotts, das bis in die höchsten Etagen der Gesellschaft reicht – und das die brutale Ordnung ins Wanken bringen wird.


So ein Lift ist eine großartige Sache.







Mein erster Glukhovsky und ich fand ihn großartig. Future zeichnet sich wirklich durch eine unglaubliche Tiefe aus, einem detaillierten Hintergrund und der Liebe zu den Charakteren.
Ich weiß gar nicht, wo ich jetzt anfangen soll, denn mich hat viel begeistert. Obwohl ich am Anfang eher verwirrt war, weil mit dieser neuen Welt so viele neue Informationen auf einen einstürzt. Was ist 717, was sind die Hintergründe und was ist das überhaupt für eine Welt? Okay, ich hatte noch deutlich mehr Fragen als ihr euch vorstellen könnt, doch das hat sich alles ganz langsam aufgelöst und vor allen Dingen aufgeklärt.
Es gab so viele scheinbar unterschiedliche Fäden und Gedanken, die am Ende dann alle zusammen fanden und in einem, wie ich finde, ziemlich furiosen Schluss zusammen kommen. Mich hat er total begeistert.
717 hat übrigens auch einen normalen Namen, Jan. Und im Laufe des Buches erfährt man so einiges über Jan. Sein Charakter hat eine unglaubliche Tiefe, die man am Anfang nicht einmal erahnen kann. Er gehört zur Phalanx, einer Armee aus Unsterblichen, die eine für uns unvorstellbare grausame Aufgabe ausüben: Sie suchen nach nicht gemeldeten Geburten und sorgen gegebenenfalls für einen Abbruch oder infizieren die Eltern mit Alter. In einer Welt, in der die Unsterblichkeit vorherrscht, ist das natürlich geradezu unvorstellbar und die schlimmste Strafe. Und diesen Gedanken fand ich mehr als beängstigend. Damit ist ein Thema angeschnitten worden, dass ich schon immer nicht erstrebenswert fand: Unsterblichkeit. Und hier auch noch fast alle Menschen, was natürlich zu nicht unerheblichen Schwierigkeiten führt, angefangen mit dem Platzmangel. Dmitry Glukhovsky hat damit nicht nur eine spannende Zukunftsvision erschaffen, sondern in erster Linie eine furchterregende, die auch die Abgründe des menschlichen Wesens ziemlich deutlich macht. Und das hat mich hier besonders beeindruckt.
Neben Jan gibt es natürlich noch andere Charaktere: Jesus, 503, Senator Schreyer und seine Frau und viele mehr. Und jeder einzelne ist nicht nur Nebendarsteller, sondern hat Tiefe und Persönlichkeit bekommen. So macht es Spaß, ein Buch zu lesen, wenn die Figuren einfach leben.
Als Leser weiß man auch lange nicht, was ist gut, was ist böse, da das Buch mit vielen Wendungen und spannenden Überraschungen trumpfen kann. Auch wenn es manchmal doch etwas in die Länge gezogen wurde, ist es ein absolut lesenswertes Zukunftsszenario. Düster, blutig und grausam, aber leider auch sehr zutreffend geschrieben.







Was für ein erschreckende Vision unserer Zukunft. Der Autor besticht nicht nur mit einer äußerst realistisch beschriebenen Zukunft, sondern insbesondere mit der Tiefe der Figuren und der vielschichtigen Story. Absolut lesenswert!







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 1. Juli 2016

[Rezension] Ein Soufflé zum Verlieben - Noël Balen, Vanessa Barrot






Titel: Ein Soufflé zum Sterben
Autor: Noël Balen, Vanessa Barrot
Aus dem Französischen: Petits meurtres à l'étouffée
Band: Alexandra Baisch
Verlag: btb
Erschienen: April 2016
ISBN: 978-3-442-71386-8
Preis: 8,99€
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Noël Balen ist Schriftsteller und Musiker. Wenn er nicht gerade im Tonstudio oder am Schreibtisch arbeitet, ist sein liebster Ort die Küche, wo er für seine ganze Familie kocht. Gemeinsam mit seiner guten Freundin, der Anwältin Vanessa Barrot, schreibt er passenderweise eine Krimireihe, die in der französischen Gourmetszene spielt und gerade fürs Fernsehen verfilmt wird.
Vanessa Barrot, eigentlich Anwältin aus Paris, trieb die Lust an gutem Essen und guten Kriminalromanen dazu, gemeinsam mit ihrem guten Freund, dem Autor und Musiker Noël Balen, eine Krimireihe zu schreiben, die in der französischen Gourmetszene spielt. Die Serie wird in Frankreich gerade fürs Fernsehen verfilmt.







Lyon, Heimat von Paul Bocuse, Gourmethauptstadt Frankreichs – doch die Welt der Spitzengastronomie kann ein gefährliches Pflaster sein. Das muss auch Laure Grenadier feststellen. Die Chefredakteurin des Pariser Gourmetmagazins Plaisirs de Table reist nach Lyon, um eine Reportage über die berühmten Bouchons vorzubereiten. Die traditionellen Restaurants sind bekannt für ihre vorzügliche regionale Küche und ihre Gastfreundschaft. Doch dann wird der Besitzer des Petit Pouce in der bekannten Rue Saint-Jean kaltblütig ermordet. Ein Schock – schließlich kannte Laure ihn persönlich. Als ein zweiter Wirt stirbt, greift Panik um sich. Wer hat es auf die Bouchons abgesehen?


Die letzten Gäste waren gerade gegangen.







Na ja, zumindest war das Buch appetitanregend. Den Krimi habe ich allerdings über weite Strecken suchen müssen. Dafür kann ich euch sagen, dass Laure Grenadier viel Wert auf Yoga und gesunde Ernährung legt. Zwischendurch kam dann tatsächlich ein bisschen Krimi, ab und an starb auch jemand zwischen den gefühlt seitenlangen Menü-Angaben auf Französisch und dann noch auf Deutsch. Obwohl, ich sollte vielleicht nicht die Belehrungen über die Bouchons Lyons außer Acht lassen. Aber ja, irgendwo dazwischen gab es Tote und ganz am Ende sogar einen Täter.
Aber appetitanregend war es wirklich, obwohl ich manchmal echt das Gefühl hatte, die Speisekarte eines Restaurants zu lesen. Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll, dieses Buch war wirklich 25% Belehrungen, 25% Speisekarte, 15% Laure muss sich fit halten und 10% Kriminalfall. Dadurch habe ich mich dann doch gelangweilt, auch wenn die Essenskultur Lyons sicher interessant ist.
Zu Laure als Charakter konnte ich auch keine richtige Beziehung aufbauen, da sie einfach recht einseitig bleibt. Sie ist die bekannte, gute und teils gnadenlose Restaurantkritikerin, die nebenbei Yoga macht, um fit zu bleiben. Außerdem kannte sie die Toten und trauert um sie. So. Das wars. Für mich bleibt ihre Persönlichkeit etwas auf der Strecke. Begleitet wird sie von einem Fotografen, der vielleicht etwas mehr Potenzial hätte, aber durch die ganzen Informationen wird auch das nicht genutzt und man erinnert sich sogar noch weniger an ihn nach dem Lesen. Das ist wirklich schade, denn man merkt schon, dass da Gedanken dahinter stecken, aber vielleicht wollten die Autoren einfach zu viel über die Bouchons vermitteln. Da ist die Charakterentwicklung einfach nicht richtig vorhanden.
Anfangs dachte ich mir schon: Oh, das ist aber ein kurzes Buch. Und gemessen an dem wirklichen Romaninhalt ist es viel zu lang. Wenn man jetzt Namen von leckeren Gerichten aneinanderreihen kann, um Autor zu werden: Das kann ich besser. Spaghetti Bolognes, Pizza quattro stagioni, Nudelsuppe, Schokomousse. Andererseits, was mir schon zum Lesen zu öde ist, muss ich auch nicht selbst schreiben. Nur will mir absolut nicht in den Kopf, warum man für dieses Buch auch noch zwei Autoren gebraucht hat.







Von mir gibt es keine Empfehlung für dieses Buch: Es eigenet sich weder als Krimi noch als wirklich Gourmetroman, da muss dann doch etwas mehr her als Essensbezeichnungen. Durchgefallen...







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Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 29. Juni 2016

[Rezension] Sommersterne - Debbie Macomber






Titel: Sommersterne
Autor: Debbie Macomber
Original: Love Letters
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 3/4
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7341-0190-8
Preis: 9,99€
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Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.








Es ist Sommer geworden im Städtchen Cedar Cove. Jo Marie Rose, die Besitzerin des Rose Harbor Inn, verbringt die meiste Zeit im Garten – zusammen mit Mark Taylor, der ihr bei der Instandhaltung zur Hand geht. Und obwohl sie allen, und auch sich selbst, versichert, dass Mark nur ein Freund ist – sie muss ständig an ihn denken. Auch ihre Gäste haben mit ihren Gefühlen zu kämpfen: Ellie Reynolds ist in Cedar Cove, um sich mit einem Mann zu treffen, der ihr gehörig den Kopf verdreht hat. Maggie und Roy Porter wollen ihren Urlaub nutzen, den Funken zurück in ihre Ehe zu bringen. Was werden die lauen Nächte für sie alle bereithalten?

Hätte mir jemand vor zwei Jahren prophezeit, mir werde dereinst in dem kleinen Küstenort Cedar Cove ein Bed&Breakfast gehören, dann würde ich ihn ausgelacht haben.







Auch der dritte Band der Rose Harbor Inn Reihe weiß wieder zu überzeugen. Zwar bleibt der Stil immer noch sehr ungewöhnlich und manchmal etwas hochgestochen, doch dafür hat Jo Marie auch eindeutig Wiedererkennungswert. Und ich verrate es euch vorweg: Ich will den vierten Band lesen, denn ich will endlich hinter das Geheimnis von Mark kommen. Nach dem Ende des Buches war das so ziemlich das Erste, was mir in den Sinn gekommen bin: Hallo? So könnt ihr mich doch nicht abspeisen? Jetzt muss ich noch einmal warten, bis Mark etwas mehr von sich preisgibt.

Aber natürlich dreht sich hier nicht alles um Jo Marie und Mark, in der Pension gibt es auch dieses Mal wieder Gäste, die mit kleineren und größeren Problemen angereist sind. Einmal das Ehepaar, bei dem der Funke ziemlich gründlich ausgelöscht wurde, und dann noch die Schüchterne, die immer unter ihrer Mutter und den Großeltern gekuscht hat, sich jetzt aber emanzipieren will und auf eigenen Beinen stehen möchte. Ellie. Und sie ist auch das Problem für mich als Leserin: Zuerst will sie einen Kerl treffen, den sie online kennengelernt hat - natürlich ist das ein echter Traumtyp, was auch kein Ding ist, Traumtypen erwarte ich in Liebesromanen. Nur: Er wollte sie anfangs nicht wegen ihr kennenlernen, sondern hat einen - an und für sich schönen - Hintergrundgedanken. Und da wurde es mir dann zu konstruiert. Er hat sie unter gefühlten Millionen von Onlinekontaktbörsen mit vermutlich Milliarden von Nicknames ausfindig gemacht? Und dann hat es noch gefunkt? Selbst für mich als passionierte Leserin von Liebesromanen war das zu gestellt und konstruiert und einen Hauch mehr Realismus hätte ich toll gefunden. Diese andere Person, für die er sie ausfindig macht, hätte man auch einfach weglassen können. Da bin ich dann echt ausgestiegen.
Auch Maggie und Ray waren vielleicht etwas zu konstruiert, aber hey, so schlimm mit bei Ellie war es nicht. Da war es doch eher etwas, was halt mal vorkommen kann. Vom Charakter her war mir Ray vielleicht etwas zu cholerisch, aber so Menschen gibt es halt auch. Das passt schon.
Das klingt jetzt irgendwie so, als hätte ich nur zu meckern, vor allen Dingen, weil mir auch noch das ständige Streiten zwischen Jo Marie und Mark dann irgendwann doch etwas auf die Nerven ging, aber ich mochte das Buch trotzdem sehr. Die Atmosphäre bleibt einfach ganz bezaubernd, was nicht nur am Rose Harbor Inn, sondern eben auch an Cedar Cove und den dort lebenden Menschen liegt. Und Rover natürlich. Debbie Macomber hat wirklich einen wunderbaren Raum für ihre Geschichten entwickelt und allein dieser macht es lesenswert. Abgesehen von den dieses Mal etwas häufigen Streitereien sind auch Mark und Jo Marie wunderbar. Was ich besonders toll fand: Dieses Mal hat Mark helfen können, ganz am Ende, auf seine eigene Art und Weise - das habe ich richtig gerne gelesen.
Man merkt es auch hier schon am ersten Satz und ich habe es schon erwähnt: Hier herrscht eine sehr ausgewählte Sprache vor. Es bleibt dabei, dass ich mich erstmal einlesen muss, aber dann mag ich es echt gerne. Kompliment auch an die Übersetzerin: Wo liest man heute noch Wörter wie dereinst? Ich mag so Wörter richtig gerne und daher, nach der kurzen Eingewöhnungsphase, habe ich Spaß am Lesen und an der Sprache.







Dieses Mal war ich bei den Geschichten der Pensionsgäste etwas kritischer, aber nichtsdestotrotz bleibt diese Reihe bezaubernd. Allein das Setting und die wunderbare Sprache macht es lesenswert.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 21. Juni 2016

[Aus dem Nähkästchen] CookieNatsu

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mal wieder ein Cosplayer-Interview für euch. Ihr erinnert euch vielleicht noch an JunAkera? CookieNatsu ist nicht nur ihre Cosplaypartnerin, die beiden geben auch in jeder anderen Lebenslage ein tolles Paar ab. Dass sie ein eingespieltes Team sind, merkt man auch den Bildern und vor allen Dingen den Antworten an. Da gibt es doch so einige Übereinstimmungen ;) Für mich gehören die zwei zusammen zu meinen Lieblingscosplay-Paaren. Viel Spaß mit Natsus Antworten:


1. Wie bist du damals zum Cosplay gekommen?
Das war zu der Zeit, als ich Kingdom Hearts 2 durchhatte und dem Flash vollkommen verfallen war. Zusammen mit meiner damaligen Nachbarin hab ich alle möglichen Youtube-Videos zu KH2 (Anm.: Kingdom Hearst 2) durchgeschaut und gesuchtet. Irgendwann stieß ich dann auf das Video "Cooking with Zexion" und war... verwirrt... Wieso die Leute in dem Video so aussahen wie die Charas aus dem Spiel. Schnell hab ich so von Cosplay erfahren und nach nur wenigen Tagen stand fest: Das gefällt mir.
Nachdem ich auf meiner ersten Convention – der Gamescon 2007 – dann auch mal live Cosplayer gesehen habe, war der Weg zu Ebay nicht mehr weit weg. Dort dann erstmal eine Orga Kutte bestellt, eine Zexion Perücke und.. so kam ich zu meinem ersten Cosplay.



Fotografin: JessieSilver


2. Was ist dein schönstes Cosplay-Erlebnis?
Da gäbe es so einiges... Geniale Shootings, oder neue Freunde kennen lernen, mit den Freunden Zeit verbringen oder von Freunden in zum eigenen Cosplay passenden Cosplays überrascht zu werden... Da könnt ich lang drüber reden. Eins meiner schönsten Erlebnisse war jedoch definitiv die DCM. Sowohl die Teilnahme mit Jun, als auch die Teilnahme im Einzel. Beide Male die Nervosität, die mit einem Schlag auf der Bühne weg ist; das Gefühl, voll in der Rolle aufzugehen, die man spielt, und dabei ganz zu vergessen, dass einem so viele Leute dabei zusehen.
(Die Reaktion der Leute auf die Auftritte war auch immer mein liebster Part davon...!)
Getoppt wurde das Glücksgefühl beide Male ins Finale zu kommen jedoch davon, die Jun dabei zu haben. Die unendliche Freude und das absolute "wtf-wir-haben-es-geschafft-nach-all-dem-Stress-und-es-war-geil" Gefühl zu zweit zu teilen – das macht mein schönstes Cosplay-Erlebnis aus.

3. Die Cosplayszene entwickelt sich stetig weiter. Wie siehst du das aktuell, ist der Trend positiv oder negativ zu sehen?
Wenn man die Entwicklung der Cosplayszene so betrachtet, dass Cosplay immer bekannter wird, kann man das natürlich sowohl negativ als auch positiv sehen.
Negativ könnte die "wachsende Missgunst" darauf sein. Nehmen wir das Beispiel "# Mangamissgeburten"; daraus wurde ein Riesenshitstorm mit teils wirklich rechtskräftigen und verletzenden Kommentaren, von eben solchen, die das alles durch den wachsenden Bekanntheitsgrad immer öfters sehen und hören und mitbekommen.
Positiv ist jedoch, dass manche Leute es auf der Straße immer besser erkennen und nicht gleich als komplett verrückt abstempeln. Cosplayer kriegen mehr Möglichkeiten, sich zu präsentieren und können auf manchen Cons auch Stände mit ihren eigenen Sachen aufbauen oder ihr Meisterwerk anders präsentieren. Es wird mit der Zeit immer mehr zu einem normalen Hobby und weniger zu etwas total seltsamen, was bei anderen nur auf lachhafte Reaktionen, Spott oder Unverständnis stößt. Und durch diesen Trend entstehen auch immer neue Materialien, die man dann zum Werkeln selbst verwenden kann.

Fotografin: JessieSilver

4. Hast du Cosplayer, die dich immer wieder begeistern?
Die hab ich definitiv! Die meisten davon durfte ich auch persönlich kennen lernen und einige davon zählen zu meinem engen Freundeskreis, worüber ich wirklich froh bin! So wirke ich wenigstens nicht wie ein kleiner Stalker, wenn ich die Leute – also meine Freunde – betatsche und anhimmel und ewig anstarr. Dabei begeistert mich jeder auf seine ganz eigene Art; jeder hat eine andere unglaubliche Stärke und zeigt seine Liebe zum Detail oder Charakter oder Hobby auf andere Art und Weise.

5. Nach welchen Kriterien wählst du deine Kostüme aus?
Größtes Kriterium natürlich: Ein neuer Flash. Wenn ich mich in einen Chara verguckt hab, ist das mein größtes Kriterium ihn zu cosplayn; also würde ich sagen: die Liebe zum Charakter.
Ich versuch mich auch gern an neuen Erscheinungsbildern, denn solange es keine kleinen Kinder sind, kann man ja doch einfach mal alles auch durchprobieren. Wenn mein neuer Lieblingschara also nicht dem "alten Muster" entspricht, hält mich das erstrecht nicht davon ab, ihn zu cosn.
Ein weiteres Kriterium für mich sind dann allerdings noch meine Freunde. Wenn sie mich drum bitten und davon überzeugen, dass mir ein Chara stehen könnte und sie es gern mit mir cosn würden, lass ich mich da ganz gern auch drauf ein.

Fotografin: JessieSilver


6. Sind da vielleicht Charaktere, die du immer wieder umsetzen möchtest?
Oooooooh ja!!! Das kann ich direkt und ohne mit der Wimper zu zucken so sagen! Flashbedingt kann ich da natürlich direkt ein Beispiel geben – Magnus Bane ;) Von ihm abgesehen gibt es aber noch andere Charaktere, die mein Herz erobert haben und nur auf eine neue Umsetzung warten. Z.B. Nana Osaki und Reira Serizawa, oder diverse Tales of Helden wie Stan Aileron. Da gibt es so einige Charas, die ich wirklich gern wieder/neu umsetzen möchte.

7. Was sind deine Grenzen in der Umsetzung? Wann sagst du: Das will ich definitiv nicht umsetzen?
Grenzen sind ja dazu da, um überwunden zu werden. Viele Grenzen, die ich vorher gesetzt hatte, habe ich inzwischen auch überwunden. Aber trotzdem gibt es Grenzen. Ich würde mich nicht an kleine süße Kinder ranwagen. Dafür hab ich einfach wirklich ein zu erwachsenes Gesicht.

8. Gibt es noch Techniken und Materialien, die du unbedingt noch ausprobieren möchtest?
Ich kenne mich zu wenig in Sachen Techniken aus, um zu wissen, dass ich da noch etwas ausprobieren möchte. Meist wende ich neue Techniken an, sobald ich sie als "Problemlösung" gezeigt bekomme.
An Materialien würde ich gerne mal mit dem schwarzen und dem durchsichtigen Worbla arbeiten. Und mit Plexiglas möchte ich auch gern mal arbeiten.


Fotografin: JessieSilver


9. Was ist dein Lieblingspart am Cosplay? Nähen, Basteln, Perücken, das Play an sich oder noch etwas anderes?
Die Perücken bzw. das Stylen von Perücken. Ich bin ja eh so ein Fan von Haaren, und Perücken bieten da natürlich sehr viel Freiheit, das auszuleben. Schneiden, Stylen, mit Glitzer bestreuen... Ich lieb das einfach so sehr!
Direkt daneben ist mein liebster Part das Play. Ich halt das zwar zB keinen ganzen Tag durch, aber grad für manche Insider, fürs Rumalbern mit Freunden oder für die Fotos liebe ich es, in eine andere Rolle zu schlüpfen und mal nicht "ich" zu sein.
Dazu zählt für mich dann natürlich auch das Tagträumen, was für Fotos man machen könnte, und spontane Einfälle für Locations/Bilder/etc.

10. Drei Dinge, die du am Cosplay liebst, und drei Dinge, die du hasst.
Was ich liebe:
- Dass es mich und meine Verlobte verbindet und wir so unsere Flashs und Fantasien zusammen ausleben können. ;3
- Ich kann nicht nur coole Fotos mit meinen Freunden machen, sondern auch viel Zeit mit ihnen verbringen und mit ihnen Flashs ausleben.
- Perücken, Perückenstyling und das in-chara sein!!
Was ich hasse:
- Es ist so ein verdammt teures Hobby TT__TT!
- Manchmal nimmt die Herstellung viel zu viel Freizeit in Anspruch...
- Dass das Genähte NIE so aussieht, wie die gezeichnete Vorlage. Ist logisch, aber ich hasse es, wenn mein Stoff nicht so fällt, wie er fallen sollte. Oder das ganze einfach.. anders aussieht als zuvor eingeplant.

Fotografin: JessieSilver


11. Was für Erfahrungen hast du mit Wettbewerben gemacht?
Ich hab 2 Mal an DCM Vorentscheiden teilgenommen und bin jedes Mal ins Finale gekommen. Ich hatte Spaß (neben dem Stress xD') an der Fertigung der Cosplays und vor allem am Ausarbeiten des Auftritts und der Audio. Ich hab trotz Nervosität neue tolle Leute kennen lernen können und hab echt viel dazu gelernt. Das sind meine tollen Erfahrungen.
Meine schlechten Erfahrungen mit Wettbewerben sind, dass ich beide Male nicht ins Finale konnte (ein Jahr wegen der Sehnenscheidenentzündung, das nächste Jahr, weil unser Vermieter uns sehr spontan aus der Wohnung geworfen hat und wir noch spontaner umziehen mussten), obwohl ich die Cosplays fertig hatte/bekommen hätte. Oder dann der ECG, an dem 3 Tage zuvor die Waffe von Jun kaputt gegangen ist, die wirklich relevant für Cosplay/Auftritt war.
Meiner Meinung nach soll es bei mir mit Wettbewerben einfach nicht sein, obwohl ich wirklich gern dran teilgenommen hab.

12. Nähst du lieber selber oder kaufst du auch mal ein Kostüm?
Ich nähe gern. Inzwischen sogar seeeehr gern. Aber ich kauf auch gern. Wenn ich eine Hose oder ein Oberteil finde, das nunmal einwandfrei passt, dann kauf ich das gern mal. Immerhin hab ich dann auch mehr Zeit (die ich langsame Schnecke brauche...), um mich mit dem Rest des Cosplays zu befassen.
Also entscheide ich mich hier für eine gesunde Mischung aus beidem.


Fotograf: vw

13. Wann ist ein Cosplay für dich perfekt?
Bei mir selber, wenn ich mich darin wohl fühle und mich nicht fehl am Platz damit fühl.
Im allgemeinen, wenn das Cosplay in Zusammenspiel mit dem Cosplayer "echt" ist. Damit meine ich, dass es aussieht, als wäre der Charakter vom Papier/dem Fernseher/etc. ins echte Leben gezogen worden. Die richtige Stoffwahl, die tausenden Accessoires und Details, das richtige Perückenstyling machen ein Cosplay definitiv schön; aber perfekt ist es in meinen Augen eben erst, wenn ich den Charakter vor mir sehe statt dem Cosplay.

14. Was würdest du einem Anfänger für die Zukunft mitgeben?
Traut euch was! Ihr könnt viel viel VIEL mehr, als ihr am Anfang von euch selbst erwartet! Setzt euch immer kleine Ziele, die ihr Stück für Stück überwinden könnt.
Und vergesst nicht, dass es ein Hobby ist; eine Kunst, eine Möglichkeit, eure Kreativität auszuleben. Verliert also nicht den Spaß an der Sache; nicht durch zu hohe Selbsterwartungen, nicht durch den furchtbaren Perfektionismus. Mit viel Spaß an der Sache arbeitet es sich nämlich viel viel besser und man kann das Hobby richtig genießen.

Fotograf: Hiji

Ich möchte mich noch einmal bedanken und vor allen Dingen euch zweien eine wundervolle und traumhafte Hochzeit wünschen!

Mittwoch, 1. Juni 2016

[Rezension] Wohnen unter 1000 Euro - Julia Ballmaier







Titel: Wohnen unter 1000 Euro
Autor: Julia Ballmaier
Verlag: Callwey
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-7667-2210-2
Preis: 24,95€
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Die Diplom-Pädagogin und Bloggerin Julia Ballmaier lebt mit Ihrem Mann und Ihren drei Söhnen in Fulda. Sie arbeitet als Einrichtungsberaterin und bloggt täglich auf www.myhomeismyhorst.de. Ihre eigene Wohnung war bereits in mehreren Einrichtungsmagazinen, in Büchern und im Fernsehen zu sehen.









Jede Wohnung ist so unterschiedlich, wie die Menschen, die darin wohnen. UND: Nicht jeder kann sich teure Designermöbel leisten. Die Einrichtungsberaterin und Wohnbloggerin Julia Ballmaier hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, eines zu beweisen: Individuelles Wohnen macht glücklich und vor allem: Jeder kann es bezahlen! Mit Ikeastücken, Flohmarktfunden und effektvollen, verblüffend einfachen DIY-Ideen hat sie in diesem Callwey Wohnbuch viele völlig unterschiedliche Wohnambiente geschaffen – und das mit einem Mini-Budget von gerade einmal 1.000 Euro pro Wohnung. Lassen Sie sich inspirieren und finden Sie garantiert die richtige Ergänzung für Ihr Zuhause.







Es ist 5:30 Uhr am Sonntagmorgen, der Wecker klingelt.






Hat jemand 1000 Euro und eine Wohnung zum Einrichten für mich? Ich fand ja schon von vornherein, dass das nach einer spannender Herausforderung klang und Julia Ballmaier (www.myhomeismyhorst.de) hat das 25 Mal mit Bravour gelöst. Nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, fühle ich mich total inspiriert und habe Tonnen von Ideen. Und ich kann euch garantieren: Es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben, ich habe mich in das Buch und die Bilder verliebt.
Jede der Wohnungen hat ihren eigenen Abschnitt in dem Buch und über ein paar Seiten werden Detailaufnahmen, ein Wohnungsschnitt sowie die Einkaufsliste samt Preisen genannt. Außerdem schreibt die Autorin ein paar Worte zu der Wohnung. Ob sie zum Beispiel unbedingt einen bestimmten Stil umsetzen wollte oder ob ein besonderes Möbelstück sie zu der Einrichtung inspiriert hat. Man spürt förmlich auf jeder Seite ihre Begeisterung für das, was sie macht und das reißt einen mit. Ich möchte jetzt bitte sofort auf einen Flohmarkt. Und dekorieren, gestalten und alles Mögliche mit meiner Wohnung machen. Julia Ballmaier nimmt einen mit ihrer Begeisterung so sehr mit und man ist selbst inspiriert, etwas zu ändern. Besonders toll finde ich, wie sie mit kleinen Kniffen wirklich besondere Sachen gestaltet. Egal, ob das eine vierfarbige Wand oder eine Gardinenstange an der Wand ist, das sind tolle Sachen dabei. Mich hat sie auf alle ebenfalls begeistert und ich denke, das ein oder andere werde ich umsetzen und beherzigen.
Ganz am Ende gibt es auch noch eine Liste mit nützlichen Tipps sowie eine Doppelseite mit Shoppingtipps! Da waren einige Seiten dabei, die ich schon kannte, ich kann euch aber garantieren, auf der ein oder anderen werde ich dennoch stöbern und mir Inspirationen holen.







Das Buch ist bunt, farbenfroh, inspirierend und ein Muss für Wohndesign-Fans!







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt