Freitag, 24. Mai 2013

[Rezension] Der kleine Hobbit - J.R.R. Tolkien

Titel: Der kleine Hobbit
Autor: J.R.R. Tolkien
Original: The Hobbit
Verlag: dtv
Erschienen am: 01.10.2012 (Taschenbuchausgabe)
ISBN: 978-3423214124
Preis TB: 7,95 €





Autor

J.R.R. Tolkien (John Ronald Reuel) wurde 1892 in Bloumfountein (Südafrika), die Familie kehrte nach dem Tod des Vaters jedoch nach England zurück. Neben Englisch beherrschte er neun weitere Sprachen. War Mitarbeiter am legendären Oxford English Dictionary, danach Professor für englische Sprachen. 1937 wurde "Der kleine Hobbit" veröffentlicht, auf Bitten des Verlegers folgte 17 Jahre später die berühmte Fortsetzung.

Inhalt

Vorbei ist es mit dem beschaulichen Leben von Bilbo Beutlin, seit er sich auf ein Abenteuer eingelassen hat, das Hobbitvorstellungen bei Weitem übersteigt. Nicht nur, dass er sich auf eine Reise von der Dauer eines Jahres begibt, die ihn quer durch Mittelerde führen wird, er lässt sich auch vom Zwergenkönig als Meisterdieb unter Vertrag nehmen und verpflichtet sich, den Zwergen bei der Rückgewinnung ihres geraubten Schatzes zu helfen. Auf seiner abenteuerlichen Reise gelangt Bilbo in den Besitz des Ringes, den er später an seinen Neffen Frodo weitergibt.

Erster Satz

In einer Höhle in der Erde, da lebte der Hobbit.
S.7

Meine Meinung

Bereits der erste Satz ist für mich ein mehr als gelungener Einstieg in das Buch. Dieser kurze Satz ist so prägnant und einprägsam wie wenige andere (und am ersten Satz hängt eigentlich schon so viel dran).
Das setzt sich auch im weiteren Buchverlauf fort: J.R.R. Tolkien benutzt so viele Kniffe und Möglichkeiten, die das Buch für mich zu etwas Besonderem machen. Das fängt mit den Liedern und Gedichten an, bei denen auch die Übersetzung sehr gelungen ist, schönes Versmaß und bei so manchem Lied kann man sich eine Melodie dazu vorstellen. Für mich waren dies immer wieder kleine Höhepunkte des Buches. Aber auch die Sprache an sich konnte punkten: Man merkt doch den Zeitunterschied an und darüber bin ich sehr froh. Die Wortwahl passt für mich einfach perfekt zur Mittelerde und mit der heutigen Sprache wäre das Buch nicht das geworden, was es nun einmal ist. Dazu zählt auch der Erzähler, der immer mal wieder den Leser anspricht und von sich spricht, über seine Gedanken oder sein Wissen. Dies macht das Ganze persönlicher, sogar stellenweise intimer, da man sich einfach involviert führt.

Die Geschichte an sich hat mir auch gefallen, aber "Der kleine Hobbit" ist für mich ein Buch, das mich allein durch Sprache und Stil vollkommen für sich vereinnahmt hat. Doch auch eine stimmige Charakterentwicklung, überraschende Wendungen und interessante Handlungen runden hier das Gesamtbild ab.

Fazit

Nach einer recht kurzen Rezension komme ich zu dem Fazit: Ich kann gar nicht mehr zu dem Ganzen sagen. Warum? Ich bin verliebt in die Sprache und den Stil sowie den Aufbau des Buches. Aber ich denke, die meisten kennen entweder Film oder Buch oder auch beides und wenn nicht: Nachholen!

Bewertung


Quellen
Das Zitat wurde dem Buch entnommen und ist auf der angegebenene Seite zu finden.

[Leckereien] Muffins mit Schokosplitter und Kirschen

Hallo ihr Lieben,

ich hab gestern abend ganz spontan noch einen Kuchen für unseren 66. Hochzeitstag heut gebacken. Übrigens habe ich noch nie einen so schlechten 24. Mai erlebt wie dieses Jahr. Schauer gab es ab und zu mal, aber so kalt und nass war es noch nie. Unglaublich. Wobei trotz schlechter Vorhersagen die Sonne durchblitzt, am 24. Mai kann sie es bei uns einfach nicht lassen :D

Das hier ist der Kuchen. Okay... es ist kein perfektes Bild, er wollte irgendwie nicht.


Ihr seht ihn auch noch nicht ganz ausdekoriert, aber meine Zuckerschriften wollte ich euch ersparen ;) Und den Rand habe ich noch schokoladisieren müssen. In der Zwischenzeit ist er fertig.

Außerdem habe ich aus dem gleichen Teig noch wirklich leckere Muffins gebacken:


Ich habe ein bisschen rumexperimentiert und es sind wirklich leckere Muffin aus einem All-in-Teig geworden. Schön frisch, aber auch süß und die Schokosplitter geben dem Ganzen etwas Herbes. Lecker!

Zutaten sind:
300 g Mehl
1 Pkn Backpulver
1 Pkn Bourbon-Vanille-Puddingpulver (schmeckt hier drin deutlich besser, aber normales geht auch)
1 Pkn Vanillezucker
125 g Zucker
3 Eier
200 g Margarine oder Butter
100 ml Milch
100 g herbe Schokolade, die zerhackstückelt ist (am Besten nicht zu fein, das schmeckt dann noch mal anders)
1 Glas Sauerkirschen oder Schattenmorellen

Das Rezept ist denkbar einfach: Mehl, Backpulver und Puddingpulver durchsieben, den Rest dazugeben. Schön rühren, dann langsam unter Rühren Schokolade dazugeben. Und zum Schluss die Kirschen unterheben.
Schmeckt übrigens auch ohne die Kirschen sehr gut, der Vanillegeschmack kommt so schön durch :)

Ich liebe diese Muffins wirklich und das merke ich daran, dass - Achtung, klingt seltsam - ich meiner Mutter immer kräftig zur Arbeit mitgeben, weil sie einfach so lecker sind, möchte ich sie teilen :D Zucker reduziere ich immer, im Originalrezept, das ich als Grundlage benutzt habe, ist deutlich mehr drin, aber das mag ich nicht so. Das Puddingpulver gibt hier schon so viel Süße...

Das war mal ein außergewöhnlicherer Post von mir, eine Art, die es sicher nicht so oft gibt.

Und jetzt noch etwas, das sicher viele von euch entsetzen wird. Freddy Hasenschnute liest:





Mit Vorliebe Anne Frank. Wir wollten es ihm nicht wegnehmen, haben aber schon Ersatz dafür bestellt. Man kann dem kleinen Mann ja nicht alles verbieten. Interessanterweise reizen ihn Hardcoverbücher nicht so sehr. Eher Taschenbücher und da kam er nur an dieser heran. Und er liest soooo niedlich. Er schlägt das Buch auf, kratzt mit seinen kleinen Pfötchen darauf rum und reißt und knabbert dann an den Seiten. Goldig.
Na, gebts zu, wem von euch blutet jetzt das Herz? ;)

Donnerstag, 23. Mai 2013

[Zwischenspiel] Neues Neu im Mai

Und noch ein paar Bücher sind bei mir eingezogen, auch schon in Hinblick auf den Urlaub im Juni.


Bei Vorablesen habe ich das hier gewonnen:

1. Ben Aaronovitch: Ein Wispern unter Baker Street

Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubernsprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte - bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden - erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch "internationale Verwicklungen" sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds am Hals.
Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwässerkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern...


Für eine Leserunde bei Lovelybooks mit Autorin habe ich dieses Buch bekommen (die Rezension folgt demnächst):

2. Carolin Anders: Wir Wellenreiter

Silvester 1994: Julia und Marius lernen sich kennen, verstehen sich bestens doch beide gehen ihren eigenen Weg. Aus den Augen verlieren sie sich nie. Dumm nur: Entweder ist sie in einer Beziehung und er Single oder er ist gerade glücklich liiert und sie solo Bei uns beiden, dir und mir, ist das Leben ein einziges Auf und Ab. Wir sind wie Wellenreiter. Immer wenn ich oben bin auf der Welle, bist du unten im Tal, und wenn es mit dir wieder aufwärtsgeht, häng ich in den Seilen. Wirklich verrückt. Vielleicht ist das gut so, damit wir uns gegenseitig aus den Tiefen herausziehen können?

Erste Ansätze für Urlaubslektüre:

3. Michael Scott: Die Geheimnisse des Nicholas Flamel. Der unsterbliche Alchemyst

San Francisco 2007. Am helllichten Tag wird in Nick Flemings Buchhandlung unter Einsatz von Magie ein altes Buch gestohlen. Die Zwillinge Sophie und Josh staunen nicht schlecht, als der Buchhändler sich als der berühmte Alchemyst Nicholas Flamel zu erkennen gibt, geboren vor über 670 Jahren! Er hat einst das Geheimnis ewigen Lebens entdeckt und nun sind die Mächte des Bösen hinter ihm her. Ein atemberaubendes Abenteuer beginnt …

4. Caragh O'Brien: Die Stadt der verschwundenen Kinder

Die junge Gaia gehört mit ihrer Mutter zu den wichtigsten Menschen in ihrer Gemeinschaft: Als Hebamme muss sie jeden Monat die ersten drei Neugeborenen an der Mauer abgeben – so lautet das Gesetz. Noch nie hat es jemand gewagt, gegen dieses Gesetz und die Herrscher jenseits der Mauer aufzubegehren. Doch dann werden Gaias Eltern verhaftet, und das Mädchen begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Stadt jenseits der Mauer – und nach dem Schicksal der verschwundenen Kinder …


Die letzteren beiden Bücher gebe ich jetzt zur geheimen Aufbewahrung ab, damit ich nicht in Versuchung gerate, doch noch reinzuschauen und sie mit einem Rutsch weglese. Die Gefahr besteht doch... :D
Gerade bei dem Flamel-Buch kann ich schon jetzt kaum widerstehen - angesichts dieses traumhaften Covers. Aber ich halte durch ;)

Und, reizt euch davon etwas?

Noch eine Kleinigkeit: Da nach dem Upload meines Perückenbildes der Wunsch aufkam, die Perücken auch mal auf meinem Kopf zu sehen, gibts in Zukunft einmal pro Woche einen Post dazu. Ab und zu vielleicht auch stattdessen Updates meines Cosplay-Status', da ich grad fleißig am Nähen und Arbeiten bin - Motivation, juhu! Der Cosplay-Dienstag :) Ich hoffe, dass Interesse daran besteht ;)

[TTT] L als Anfangsbuchstabe

Ah, das L, ein schönes Buchstabe. So beginnt auch mein Nachname. Ich mag das L irgendwie. Daher freue ich mich auch darüber, dass es diese Woche endlich Thema ist.
Die zehn habe ich sogar unter meinen eigenen Büchern vollbekommen und musste nicht an die Bücherregale meiner Mutter ausweichen, darüber freue ich mich auch immer :)
Hier meine gesammelten Werke:







Ich fange mal links an:

1. Ken Follett: Die Leopardin

Sie ist schön, sie ist mutig, und sie hat einen tollkühnen Plan: Felicity Clairet, genannt "die Leopardin", britische Agentin im besetzten Frankreich. Um ihr Ziel zu erreichen, muss sie ein Team zusammenstellen, das nur aus Frauen besteht. Dabei kann sie nicht wählerisch sein. Denn für ihr Vorhaben bleiben ihr genau zehn Tage Zeit. Und der Feind ist der Leopardin bereits auf der Spur.
 
2.René Freund: Liebe unter Fischen

Fred Firneis, Lyriker mit Sensationsauflagen, leidet nach langen alkoholdurchtränkten Jahren an einem Burnout. Seine Verlegerin, die ihn in seiner Berliner Wohnung aufspürt, schickt ihn in eine Holzhütte in die Alpen nach Österreich. In Grünbach am See gibt es weder Strom noch Handyempfang, und Firneis kommt wieder zu Kräften. Doch dann taucht Mara auf, eine junge Biologin aus der Slowakei, die ihre Doktorarbeit über die Elritze schreibt, einen spannenden kleinen Schwarmfisch. Bald interessiert sich Fred für sämtliche Details von Biologie, Verhaltensforschung - und Mara, die jedoch plötzlich verschwindet … Eine alpine Liebesgeschichte mit Humor und Showdown in Berlin.

3. Christoph Marzi: Lycidas

Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht.

4. Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit

Eine Reise durch die Jahrhunderte. Eine Liebe ohne Grenzen. Eine Geschichte voller Wunder. London, 1896: Die Vergangenheit ändern, die Zukunft sehen – alles scheint möglich durch Expeditionen in die vierte Dimension. Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in der Zeit zurück, um seine große Liebe vor Jack the Ripper zu retten. Claire, frustriert vom viktorianischen London, flieht dagegen in die Zukunft – und verliebt sich dort. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden der Geschichte laufen zusammen bei einem dämonischen Bibliothekar. Denn nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit

5. Pascal Mercier: Lea

Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zutritt hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Lea erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung, und schon bald liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füßen. Doch während Lea von Erfolg zu Erfolg eilt, treibt es ihren anfangs überglücklichen Vater Martijn van Vliet immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen, das alles verändert …

6. Clare Sudbery: Liebeszauber mit Hindernissen

Ruhe und Frieden hatte sich Henrietta von ihrem Umzug ins kleine Hebden Bridge erhofft. Doch damit ist es vorbei, als ihre neue Nachbarin Tawny diesen erfolgreichen Esoterik-Kult gründet. Dann sind da noch Leo, der hübsche, aber griesgrämige Zauberer, der eigentlich keiner mehr sein möchte; und seine Freundin, die liebreizende Belle – und schon beginnt ein verwirrender Liebesreigen, an dessen Ende niemand mehr so recht weiß, wie er ohne magische Hilfe wieder aus dem ganzen Schlamassel herausfinden soll …

7. Thomas Feibel: Like me. Jeder Klick zählt

Jana, die Neue in Karos Klasse, ist ein richtiger Jungsmagnet. Außerdem hat sie ein iPhone, ist immer online und auf dem besten Weg, Moderatorin einer neuen Internet-TV-Show zu werden. Dafür muss sie nur möglichst viel Sympathie-Punkte in dem Social-Media-Network "On" sammeln. Karo und ihr heimlicher Schwarm Eddie - der offensichtlich in Jana verknallt ist - helfen ihr dabei, indem sie die verrücktesten Dinge posten. Doch irgendwann wird aus dem Spiel bitterer Ernst - und nichts ist mehr so, wie es schien.

8. Isobel Bird: Liebeszauber für Kate

Ein Zauberbuch für moderne Hexen! Als Kate dieses Buch in der Schulbibliothek findet, ist sie fasziniert. Ob das wirklich funktioniert? Besonders verführerisch erscheint Kate der „Liebeszauber“, mit dem sie den allseits begehrten Scott für sich gewinnen möchte. Der Zauberspruch ist schnell gesagt, und tatsächlich, er zeigt seine Wirkung – wenn auch etwas anders als erwartet.

9. Joachim Rangnick: Lämmerweid

Robert Walcher gerät unter Mordverdacht, als sein Informant tot am Rande einer Schafswiese aufgefunden wird. Wusste das Opfer zu viel über die Machenschaften eines Agrarkonzerns? In einer Situation, in der Walcher dringend Freunde bräuchte, kämpft er allein – gegen maßlose Gier und tödliche Skrupellosigkeit. Wem kann Walcher noch trauen?

10. Camilla Läckberg: Der Leuchtturmwärter

Schriftstellerin Erica Falck hat mit ihren Zwillingen alle Hände voll zu tun, seit ihr Mann Patrik wieder im Polizeidienst ist. Sie findet kaum Zeit für ihre Freundin Annie, die gerade in das idyllische Fischerdorf Fjällbacka zurückgekehrt ist. Annie zieht in den Leuchtturm auf der kleinen Insel vor der Küste. Dort soll es nachts spuken, und dunkle Legenden ranken sich um den Ort. Annie scheint es nicht zu stören, vor allem seit Mats, ihre erste große Liebe, zu ihr zurückgekehrt ist. Doch dann wird Mats brutal ermordet. Patrik beginnt zu ermitteln.



Meine zehn Bücher. Bei manchen findet ihr den Link zum großen A, bei manchen den Link zu meiner Rezension dazu. Kennt ihr was davon?

Mittwoch, 22. Mai 2013

[Rezension] Wir Wellenreiter - Carolin Anders

Titel: Wir Wellenreiter. E-Mail- und Tagebuchroman
Autor: Carolin Anders
Erschienen am: 18.08.2011
ISBN: 978-3842375635
Preis broschiert: 9,90€
Leseprobe







Autorin

1971 wurde Carolin in der Eiffel geboren. Momentan lebt sie mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf nahe Bonn. "Wir Wellenreiter" ist ihr Debütroman.

Inhalt

Silvester 1994: Julia und Marius lernen sich kennen, verstehen sich bestens doch beide gehen ihren eigenen Weg. Aus den Augen verlieren sie sich nie. Dumm nur: Entweder ist sie in einer Beziehung und er Single oder er ist gerade glücklich liiert und sie solo Bei uns beiden, dir und mir, ist das Leben ein einziges Auf und Ab. Wir sind wie Wellenreiter. Immer wenn ich oben bin auf der Welle, bist du unten im Tal, und wenn es mit dir wieder aufwärtsgeht, häng ich in den Seilen. Wirklich verrückt. Vielleicht ist das gut so, damit wir uns gegenseitig aus den Tiefen herausziehen können?

Erster Satz

Eine alte Frau sitzt am Schreibtisch.
S.5

Meine Meinung

Die Idee des Buches finde ich wundervoll, ich mag Tagebuch- und Email- oder Briefromane. Man kann dabei so viel Persönliches reinbringen. Diese Form bietet sich geradezu an, Gedanken und Gefühle zu ergründen, doch das genau das, was für mich diese Buchform ausmacht, fehlt mir hier: Oftmals bietet Protagonistin Julia, deren Tagebucheinträge man hier liest, nur reine Berichte. Und selbst wenn sie mal ihre Gefühle offenbart, ist das eher oberflächlich. Dabei gibt es so viele Ansätze dafür, die nur leider nicht genutzt werden.

Vielleicht liegt es auch mit daran, dass ich für die Protagonistin überhaupt kein Verständnis entwickeln konnte: Viele ihre Handlungen bleiben mir verschlossen und ich muss den Kopf schütteln, weil ich nicht begreifen konnte, warum sie das nun genauso macht. Dabei hätte man das aufklären können, wenn eben die persönliche Gefühlsebene in den Tagebucheinträgen mehr aufgenommen worden wäre. Allein die Frage, warum sie so lange mit Leo zusammen geblieben ist, hätte sicherlich viele Seiten gefüllt.
Auch Marius konnte nicht viel Sympathiepunkte gewinnen, denn - obwohl Julia ihn liebt und das über Jahre hinweg - blieb er etwas flach und wenig ausgestaltet. Nur einige wenige Punkte, für die Julia schwärmt, wurden stärker präsentiert. Und dazu kam, dass ich einige Aktionen von ihm absolut nicht gutheißen konnte. Nur einen Namen möchte ich als Beispiel nennen: Detlef.

Trotz alledem war ich seltsam fasziniert von der Geschichte und habe sie in einem Zug durchgelesen, allein dafür gibt es schon einen Pluspunkt. Stilistisch gesehen ist es recht einfach geschrieben, aber durchaus passend zu Tagebucheinträgen und E-Mails. Wenn die Gedanken und Gefühle von Julia mehr Tiefe gehabt hätten, hätte mich das Buch vermutlich begeistert.

Fazit

Leider fehlte mir der Tiefgang in diesem Buch: Es tröpfelt seicht vor sich hin, lässt sich durchaus gut lesen, aber für mich gab es kein Identifikationspotential mit der Protagonistin - im Gegenteil, eher oft vollkommenes Unverständnis für ihre Handlungen.

Bewertung


Danke an

Carolin für das Exemplar sowie Lovelybooks für die Leserunde.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Dienstag, 21. Mai 2013

[Rezension] Wir sind die Nacht - Wolfgang Hohlbein

Titel: Wir sind die Nacht
Autor: Wolfgang Hohlbein
Verlag: Heyne
Erschienen am: 11.10.2010
ISBN: 978-3453266780
Preis broschiert: 12,99€
Preis HC - Restexemplar bei Amazon: 6,99€
Leseprobe





Autor

Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren. Seit er 1982 gemeinsam mit seiner Frau Heike den Roman Märchenmond veröffentlichte, arbeitet er hauptberuflich als Schriftsteller. Mit seinen Romanen aus den verschiedensten Genres - Thriller, Horror, Science-Fiction und historischer Roman - hat er mittlerweile eine große Fangemeinde erobert und ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren überhaupt. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Düsseldorf.

Inhalt

Eine Nacht verändert alles im Leben der jungen Lena. Sie wird von Louise gebissen, der Anführerin eines weiblichen Vampir-Trios, und gibt sich von nun an hemmungslos den Verlockungen der Unsterblichkeit hin. Als sie sich aber in den jungen Polizisten Tom verliebt und der Vampir-Clique den Rücken kehren will, kennt Louises Zorn auf die Verräterin keine Grenzen. Lena muss sich zwischen der Liebe und dem ewigen Leben entscheiden.

Erster Satz

Die Gulfstream flog zu tief und zu schnell, so als wollte sie verzweifelt vor dem Gewittersturm fliehen, dessen letzte Ausläufer sie eine Viertelstunde zuvor hinter sich gelassen hatte.
S.6 

Meine Meinung

Das erste Viertel des Buches konnte mich noch nicht fesseln, stattdessen habe ich es immer wieder zur Seite gelegt und mich ablenken lassen. Kein sonderlich guter Einstieg, oder? Aber danach hat es Wolfgang Hohlbein dann doch noch geschafft, mich in den Bann dieser Vampirgeschichte zu ziehen und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wenn nun der erste Teil genauso gut gewesen wäre wie der Rest, wäre ich hellauf begeistert.
Weiteres kleines Manko war, dass zumindest ein Part des Schlusses sich schon länger andeutet und daher keine große Überraschung war, zumindest für mich. Dafür wiegen die Actionszenen das Ganze wieder auf. Ich bin immer wieder begeistert, wenn Autoren diese Szenen so gut schreiben, wie es hier - aber eben auch viel zu selten - der Fall ist. Bei Kämpfen gibt es so viele schlechte Beschreibungen, dass mich gelungene Szenen umso mehr erfreuen können.

Ich bin kein großer Vampirfan, das muss ich auch mal vorweg sagen, aber dennoch gefielen mir die Vampire, die hier dargestellt wurden recht gut. Zuerst das Klischee: reich, hübsch, verwöhnt, können jeden haben. Aber hinter jeder der vier Protagonistinnen steckte noch deutlich mehr, was dem gesamten Buch mehr Tiefe verliehen hat. Über Lena weiß man ja die ganze Zeit Bescheid und mir gefällt ihr Charakter, ihr Misstrauen. ihr Denken doch recht gut. Von den anderen drei Damen war mir keine sonderlich sympathisch, zumindest nicht auf den zweiten Blick. Und diese Einblicke hinter die Fassaden waren das Spannendste - allgemein finde ich die Charakterentwicklung sehr gelungen.

Man kann sagen, was man will, aber an Wolfgang Hohlbeins Stil gibt es nichts Großartiges auszusetzen. Angenehm zu lesen, dem Genre und der Story angepasst. Es fügt sich alles zu einem guten Gesamtbild zusammen.

Ich habe ja die Filmausgabe des Buches mit drei der vier Vampirdamen auf dem Cover. Passt zum Film, passt zum Buch, hätte mich aber nicht danach greifen lassen, wenn es mir nicht bedingt durch seine Größe in der Mängelexemplarkiste aufgefallen wäre. Das Gleiche gilt auch für den Titel, der mich - als absoluter Titelkäuferin - eher weniger angesprochen hat. Dennoch bin ich ganz froh, es reduziert gekauft zu haben, da es bis auf einige bereits genannte Mängel doch gut war.

Fazit

Leider war der Anfang nicht sehr mitreißend und am Schluss gab es Vorhersehbares, ansonsten ein klasse Buch, das insbesondere durch seine Kampfszenen und die Charakterentwicklung lebt.

Bewertung


Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Der Satz ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

[Cosplay] Perücken

Gestern hatte ich beschlossen, dass mal wieder Perückenpflege angesagt war und gesagt getan: Ich habe alle Perücken mal rausgeholt und gebürstet. Mittendrin kam mir der Gedanke, mal ein Bild zu machen. Und plötzlich habe ich - statt zu bürsten - Perücken auf meinem Bett gesammelt und fotografiert. Einige sind schon fertig, andere noch nicht, aber hier mal ein kleiner Überblick über meine Perücken:


Eine Perücke fehlt, die ist in spezieller Behandlung und soll lockig werden. Ich hoffe, das funktioniert einigermaßen :)

Meine kleine Sammlung, nett, oder? Allerdings (und das habe ich schon öfters festgestellt) bleibe ich einigen Farbschemata treu: Ich habe oft rote Kostüme (oder gelbe) mit blauen oder roten/braunen Perücken. Irgendwie sind meine Farben noch recht einseitig... na ja :)

Nachher locke ich und hefte mal mein Probeoberteil für mein nächstes Kostüm weiter. Drückt mir die Daumen, dass alles so klappt, wie ich möchte.

Und? Gefallen euch meine Perücken? ;)

Montag, 20. Mai 2013

[Rezension] Der König der Komödianten - Charlotte Thomas

Titel: Der König der Komödianten
Autor: Charlotte Thomas
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen am: 25.03.2010
ISBN: 978-3431038071
Preis TB: 9,99€
Leseprobe







Autorin

Charlotte Thomas war Richterin und Rechtsanwältin, bevor sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, widmete. "Die Liebenden von San Marco" ist der dritte große historische Roman der versierten Venedigkennerin, die bereits mit ihren Bestsellern "Die Madonna von Murano" und "Die Lagune des Löwen" die Leser begeisterte. Charlotte Thomas lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

Inhalt

Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen – eine hinreißende Hauptdarstellerin, ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses schillernde Ensemble gerät der völlig unerfahrene, achtzehnjährige Marco. Begeistert von der faszinierenden Welt des Theaters zieht er mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann das Ensemble noch retten. Langsam entwickelt sich Marco vom einfachen Kulissenschieber zum Autor seines eigenen Stücks – doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst.

Erster Satz

Mucksmäuschenstill lag ich der Länge nach ausgestreckt auf dem Deckenbalken und starrte hinunter zu dem Paar auf dem Küchentisch.
S.9

Meine Meinung

Was für eine tolle Idee und was für eine - zumindest für mich - langweilige Umsetzung. Als ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, musste ich sofort zugreifen: Veneto, Venedig, Schauspieler, Autor... spannend! Doch leider hat mich das Buch nicht überzeugt. Vieles war schon lange vorhersehbar, u.a. auch durch eine Geschichte, die Marco erzählt bekommt, aber spannender hat es das nicht gemacht, obwohl man das durch diesen Kniff sicherlich hätte erreichen können.
Sobald Marco auf die Gaukler traf, war klar, in wen er sich verlieben und mit wem er eine Beziehung eingehen würde. Auch anderes war leider alles andere als ein Geheimnis und das nimmt einem dann doch den Lesespaß weg. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht.

Auf den ersten Blick fand ich die Protagonisten sympathisch, doch je mehr das Buch fortschritt, umso mehr verlor sich das: Beispielsweise Baldassare, ein wirklich komischer, niedlicher, kauziger alter Mann. Am Anfang. Und so konnten auch die Protagonisten die vorhersehbaren Wendungen wieder gut machen. Schade, denn ich finde immer noch, dass die Gaukler da hätten viel retten können, aber das Benehmen, das ihnen auf den Leib geschrieben wurde, verdirbt das. Oft überreagieren die Charaktere, sind so überzogen und das nicht mehr auf eine liebenswerte Art und Weise.

Der Schreibstil ist angenehm, aber auch nicht dazu geeignet, hier noch Spannung zu erzeugen. In seiner Sprache ist er der Zeit hervorragend angepasst, die Protagonisten versetzen einen zumindest vom Sprachgefühl in ihre Zeit hinein. Ganz besonders schön fand ich die Gedichte, die sich in den Theaterstücken oder auch stellenweise in Gesprächen befinden.

Fazit

Was soll ich noch groß schreiben? Der Roman hat mich wirklich gelangweilt, schade bei der tollen Idee. Die Charaktere waren unsympathisch; einzig und allein die Sprache und die Gedichte darin haben mir wirklich gut gefallen.

Bewertung


Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Das Zitat wurde dem Buch entnommen und ist auf der angegebenen Seite zu finden.